Arrogant? Extra Nudel-Lieferservice für U-23-Kickers

Würzburg

Arrogant? Extra Nudel-Lieferservice für U-23-Kickers

Die U 23 des FC Würzburger Kickers war mit dem Catering bei der Stadtmeisterschaft in Würzburg nicht einverstanden und ließ sich ihr Mittagessen anliefern. Dies sorgte für Aufregung.

Ein Vorfall entwickelte sich bei den Fußball-Stadtmeisterschaften zum Top-Thema in der Halle: Die U 23 des FC Würzburger Kickers bestellte sich am Samstag ihr Mittagessen bei einem Restaurant und ließ es anliefern, anstatt sich aus dem Angebot des Ausrichters ETSV zu verpflegen. Dafür wollte das Team um Trainer Claudiu Bozesan spontan einen Raum zur Verfügung gestellt haben.

Da aber mitgebrachtes Essen in der Halle verboten war, nahmen die Spieler ihre bestellten Nudeln an der Straßenbahnhaltestelle vor der s.Oliver Arena zu sich. Das sorgte vor allem bei den Zuschauern für Unmut: „Abgehoben“ und „arrogant“ wurden die Rothosen genannt. Ist es berechtigt, sie so zu bezeichnen, oder ist die Aktion auch verständlich?

Nichts Passendes für die Kickers

Bei den Akteuren der Kickers U 23 handele es sich um Spieler, die eventuell eine Laufbahn im Profifußball in Aussicht haben könnten. „Von den Profis bis in die Jugendmannschaften haben die Spieler die gleichen Ernährungsrichtlinien“, heißt es von Kickers-Sportvorstand Rüdiger Schmitt. „Weil es in der Halle nichts Passendes für unsere Spieler gab, haben wir kurzerhand für Samstag bei unserem Stammrestaurant Nudeln bestellt“, kommentiert er die Bestellung.

Am Freitag hätten sie sich noch in der Halle verpflegt. Versorgt wurden die Spieler dort mit belegten Brötchen, Käsestangen, Pizza, einer Gulaschsuppe, Leberkäse und Kuchen. Diese Abweichung vom Ernährungskonzept ginge aber nicht zwei Tage lang, findet Schmitt, so habe man am Samstag einen anderen Weg finden müssen. Schmitt kündigte an, dass die Kickers nächstes Jahr als Veranstalter der Stadtmeisterschaft für ein passenderes Essen für Sportler sorgen würden.

Große Ausgaben wegen Security

Nudeln anzubieten, so wie es Bozesan es sich gewünscht hätte, war laut ETSV aber nicht möglich: „Größere Gerichte oder Nudeln sind in der s.Oliver-Halle für so viele Leute nicht möglich, finanziell und logistisch. Dann hätte man teuer anbieten müssen und am Ende wären wir darauf sitzen geblieben“, sagt Abteilungsleiter Oliver Löhr. Denn eigentlich soll der jeweils ausrichtende Verein von den Stadtmeisterschaften profitieren und ist somit abhängig von den Einnahmen von Essen und Getränken. „Vor allem dieses Jahr brauchten wir das Geld umso mehr, da das erweiterte Sicherheitskonzept größere Ausgaben mit sich zog“, sagt Löhr. Wenn also Teilnehmer sprichwörtlich „eigene Brötchen backen“, kommt weniger Geld herein.

Erst zuletzt an den ETSV gewandt

„Wäre es vorher abgesprochen worden, dann hätte man sicherlich eine Lösung finden können“, so Löhr. Auch betont er, dass er verstehe, dass die U 23-Spieler des Bayernligisten einem anderen Ernährungsplan unterliegen und andere Ansprüche setzen müssen. Aber die Art und Weise sei nicht richtig gewesen. „Es war ärgerlich, dass sich die Kickers zunächst an den Hausmeister und dann an die Security wandten, um einen Raum zur Verfügung gestellt zu bekommen und nicht direkt an uns.“ Letztlich verzehrten die Spieler ihr Mittagessen draußen in der Kälte. Auf die Aussage von Bozesan am Sonntag, dass sicherlich auch andere Teams außerhalb der Halle gegessen hätten, sagt ETSV-Abteilungsleiter Löhr: „Wir können die Spieler nicht dazu zwingen, nur in der Halle zu essen. Sicher haben andere Teams auch außerhalb etwas gegessen. Sie durften es aber auch nicht mit in die Halle bringen.“

Vollkorn, Säfte und Obst

Die Würzburger Diätassistentin Martina Amon hat Ideen, wie man schnell gesundes Essen anbieten kann. Grundsätzlich sollten  sich Ausdauersportler mit einer Mischung aus einfach und komplexen Kohlenhydraten ernähren.  Diese liefern sowohl kurzfristig als auch auf längere Dauer Energie. Kurzfristige Lieferanten stellen Obstsäfte und Riegel dar, längerfristig wären das Brötchen und Nudeln aus Vollkorn. Man könnte zum Beispiel die üblichen Weizenbrötchen durch Vollkornbrötchen ersetzen. Einfach anzubieten seien auch Säfte oder Obst und Riegel.