Spendenlauf: In 36 Stunden bis nach Osteuropa
Lara Gerhardt und Kumpel Jakob Wedler machten beim Spendenmarathon „BreakOut“ mit. Foto: Lara Gerhardt

Würzburg

Spendenlauf: In 36 Stunden bis nach Osteuropa

Die einen reisten ins sonnige Spanien, die anderen in den hohen Norden bis nach Trondheim in Norwegen. „BreakOut“ startete als Abenteuer ins Ungewisse. Lediglich das Ziel war klar: So viele Spenden wie möglich sammeln. Lara Gerhardt und ihr Kumpel Jakob Wedler haben die Reise auch gewagt – und sammelten im Osten Europas fleißig Spenden.

„BreakOut“ ist ein Charity-Reisewettbewerb, bei dem die Teilnehmer in Zweierteams von München, Berlin und dieses Jahr auch von Barcelona aus auf eine Reise ins Unbekannte starten. Sie haben 36 Stunden Zeit, so weit weg wie möglich zu reisen und dürfen dabei kein Geld für die Fortbewegung ausgeben.

Das Konzept folgt damit der Idee eines Spendenmarathons: Pro gereistem Kilometer sammelt jedes Team Spenden von seinen Teamsponsoren. Ob die Teams trampen, mit dem Flugzeug fliegen oder doch den Bus nehmen, das ist egal – Hauptsache, sie greifen dafür nicht selbst in die Tasche.

„Portugal oder doch irgendwo in den Norden“, fragte sich die 26-jährige Lehramtsstudentin noch ein paar Tage vor der Reise. Es wurde jedoch nichts von beidem. Ein Foto, welches die beiden dieser Redaktion geschickt haben, verrät, wie weit sie es geschafft haben. Vor dem Staatstheater im rumänischen Oradea posieren sie bei strahlendem Sonnenschein.

„Ich hätte niemals gedacht, dass wir bis nach Rumänien kommen, weil es ja schon ein ganzes Stück entfernt ist und zum anderen war das gar nicht unser Plan", sagt Lara, die frisch von der Reise gekommen ist. Die Mitfahrgelegenheiten hätten maßgeblich mitbestimmt, wo sie am Ende landen. Denn schon in München gab es Schwierigkeiten, einen Fahrer zu finden. Deswegen war die Devise: Die erste Mitfahrgelegenheit wird genommen! Und die brachte die beiden eben nach Österreich, bevor es von dort mit einem LKW bis nach Budapest ging. "Es war schön zu sehen, dass man gerne mitgenommen wird. Das hat ja nicht nur mit Vetrauen von unserer Seite aus zu tun, sondern auch von deren Seite. Es sind einfach schöne Begegnungen", so die Studentin.

In Budapest war die Reise aber noch nicht vorbei. Da sie am Budapester Flughafen keinen Erfolg hatten, per Flugzeug wegzukommen, ging es eben per Zug und Auto bis nach Rumänien. Immerhin mehr als 1000 Kilometer. Zwar kommen sie damit nicht an das Team heran, das es beispielsweise bis in den Norden Norwegens geschafft haben, dennoch sind sie zufrieden. "Ich bin echt stolz auf uns, es hat echt gut geklappt", sagt sie zufrieden.

Die Route im Überblick:

Sie haben allerdings nicht nur viele Erfahrungen auf ihrer Reise gesammelt, sondern auch mehr als 800 Euro an Spenden, die an die soziale Organisation „Jambo Bukoba e.V.“ gehen. Insgesamt kamen laut der Facebook-Seite der Veranstalter bereits am ersten Reisetag mehr als 75.000 Euro zusammen. Nach 36 Stunden waren es 100.000 Euro.

Spendensammeln bei „BreakOut“ funktioniert auf zwei Arten: Einerseits ist es wie bei einem Spendenmarathon: Die Teams vereinbaren mit einem Sponsor eine bestimmte Regelung, beispielsweise zehn Cent pro Kilometer. Kommen sie beispielsweise bis nach Brüssel (600 Kilometer Luftlinie von München), dann spendet der Sponsor 60 Euro an die soziale Organisation. Alternativ oder zusätzlich können Sponsoren Aufgaben („Challenges“) stellen, die mit einer bestimmten Spende dotiert sind.

Auch Lara und Jakob konnten einige Leute dafür begeistern, ihnen Aufgaben zu stellen. Eine Aufgabenstellerin hat sich von beiden gewünscht, sich in jedem Land ein Kinderlied in der Landessprache beibringen zu lassen und dies als Video zu posten. In Ungarn konnten sie die Aufgabe erfüllen und wieder ein paar Euro in die Spendenkasse fließen lassen.

Nächstes Jahr würden die beiden gerne wieder bei dem Spendenmarathon der etwas anderen Art mitmachen. Vielleicht geht es ja dann nach Portugal...oder in den Norden...oder doch ganz woanders hin?