Ein fröhliches Selfie der sieben jungen Männer, die zur Party aufbrechen. Nur Stunden nach diesem Foto fehlt einer: Sascha (3. von rechts) stirbt in Budapest. Foto: Bringen wir Sascha gemeinsam heim

MÜNNERSTADT

24-Jähriger aus Münnerstadt stirbt bei JGA: Spender helfen der Familie

Normalerweise ist ein Junggesellenabschied einer der schönen Momente auf dem Weg ins Eheleben. Mit den Jungs Party machen und Spaß haben. So war auch der JGA für Nikolaj Schesler aus Münnerstadt (Lkr. Bad Kissingen) geplant. Doch es kam alles anders. Nur wenige Stunden nach der Ankunft in Budapest stirbt sein Bruder überraschend. 

Hochzeit wurde abgesagt

Am 30. August wurde Niko von fünf Freunden und seinem Bruder Andreas Schesler überrascht. Budapest war das Ziel der Reise. Am 14. September sollte die Hochzeit von Nikolaj und seiner Verlobten stattfinden. Sie wurde allerdings abgesagt. In Absprache mit Niko starteten die Freunde den Spendenaufruf "Bringen wir Sascha gemeinsam heim" in den sozialen Netzwerken. Denn unter anderem durch die Überführung in die Heimat würden viele tausend Euro Kosten auf die Familie zukommen.

Was war passiert?

Dass Andreas (von seinen Freunden wurde er Sascha genannt) bei dem JGA dabei war, freute die Clique besonders. Denn eine seltene Krankheit schränkte den 24-Jährigen in vielen Dingen ein. Der junge Mann litt an Ichthyose - auch Fischschuppenkrankheit genannt. Bei der Krankheit verhornt die Haut der Betroffenen stark, schuppt sich und kann jucken. Ichthyose ist nicht ansteckend und kann durch intensive Pflege gemindert werden - heilbar ist die Krankheit aber nicht.

Den JGA seines Bruders wollte Sascha nicht verpassen und nahm sich vor, seinen ersten Flug zu wagen. Sascha habe sich auf "coole Partys in Discos oder Bars" gefreut, schreiben seine Freunde bei dem Spendenaufruf. Doch dazu sollte es gar nicht kommen. Als sie in Budapest gelandet waren, fuhren sie mit der Metro in die Innenstadt. Sascha musste auf die Toilette. Er wollte in eine Burger-King-Filiale gehen. "Er ging und kam nie wieder", schreibt Daniel Horbacz, einer der Freunde, in dem Spendenaufruf.

Nach wenigen Minuten wurden die Männer nervös und suchten alles nach dem 24-Jährigen ab. Anrufe auf seinem Smartphone beantwortete der Verschwundene nicht. Paintball, Crazy Nightbus-Fahrten, eine Fahrt mit dem Speedboat - das waren die Pläne für den JGA. Doch jetzt hatten die Freunde nur noch Sascha im Kopf.

Sascha starb an multiplem Organversagen

Sie gingen zur Polizei, die die Kameras bei Burger King und in der Metro auswertete. Dort wurde der 24-Jährige entdeckt. Aber dennoch: Von Sascha fehlte jede Spur. Nach vielen weiteren Anrufen nahm endlich jemand ab. Eine Krankenschwester berichtete, dass Sascha im Krankenhaus sei.

Andreas Schesler befand sich in einem kritischen Zustand. Mit hohem Fieber wurde er gefunden. Seine Organe setzten nach und nach aus. Sein Bruder Niko konnte sich noch von ihm verabschieden. In der Nacht starb Sascha an dem multiplen Organversagen. Die Ursache ist nicht klar. Vermutlich hatte die Ichthyose etwas damit zu tun. Durch eine Obduktion konnten ein Unfall oder Verbrechen ausgeschlossen werden.

Am nächsten Tag reisten die Eltern von Sascha und Niko gemeinsam mit dem achtjährigen Bruder an. Auf die Familie sollten hohe Kosten zukommen. Der 24-Jährige hatte keine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen. Weitere Kosten würden für die Überführung und Behandlung anfallen. Also beschlossen die  Freunde eine Spendenaktion in den sozialen Netzwerken zu starten.

Spendensumme innerhalb von zwei Tagen erreicht

10.000 Euro waren das Ziel. Mittlerweile sind es knapp 12.000 Euro. "Es war der Wahnsinn. Innerhalb von zwei Tagen wurde die Summe erreicht", erzählt Daniel Horbacz. Die groben Kosten seien damit gedeckt. Von Dienstag auf Mittwoch konnte Sascha nach Münnerstadt überführt werden. Familie und Freunde sind den Spendern überaus dankbar.

Ursprünglich hätte die Clique Niko bei den Vorbereitungen seiner Hochzeit in wenigen Tagen geholfen. Nun steht sie ihm bei der Beerdigung seines Bruders bei.

Wer der Familie helfen möchte, findet hier die Spendenaktion "Bringen wir Sascha gemeinsam heim".

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