Autorennen / Illegales Rennen
Bei einem illegalen Autorennen in Würzburg verlor ein Azubi die Kontrolle über sein Fahrzeug. Foto: vbacarin (iStockphoto)

Würzburg

Bei illegalem Rennen zum Heuchelhof mit über 100 Sachen im Gleisbett gelandet

Über sechs Stunden dauerte eine Verhandlung vor dem Würzburger Amtsgericht, nach der ein 19-jähriger Azubi unter anderem seinen Führerschein abgeben musste. Weil er bei einem illegalen Autorennen in Heidingsfeld mit seinem alten BMW im Gleisbett der Straßenbahn gelandet ist, musste sich der Fahranfänger vor dem Amtsgericht verantworten. Als weitere erzieherische Maßnahmen verhängte der zuständige Richter ein Wochenende in der Jugendarrestanstalt, ein Netto-Monatsgehalt als Geldauflage und die besagte Führerscheinsperre, die ein Jahr andauern wird.

Der 19-Jährige hatte Anfang des Jahres schon ein Ermittlungsverfahren in anderer Sache am Hals. Und dennoch lieferte er sich 6. März 2019 gegen 23 Uhr ein Rennen, als er seine Freundin mit seinem 19 Jahre alten BMW nach Hause fuhr. Schon vor dem Start des illegalen Rennens fiel er anderen Verkehrsteilnehmern in der Stuttgarter Straße stadtauswärts auf, weil er zu schnell fuhr und rechts überholte, um sich an einer roten Ampel neben einen roten BMW zu setzen, der auf der rechten Fahrbahn auf grünes Licht wartete.

Spätes Geständnis: Es war ein spontanes illegales Autorennen

Dass sich die Fahrer der beiden Karossen spontan zu einem Rennen verabredeten, räumte der Angeklagte vor Gericht "spät, aber nicht zu spät" ein, wie Staatsanwältin und Richter übereinstimmend betonten. Zu Beginn des Prozesses hatten der 19-Jährige auf der Anklagebank und auch seine Freundin im Zeugenstand abgestritten, dass es an der Ampel eine Verständigung zwischen den beiden BMW-Fahrern gab.

Später klang das aber anders: Er kenne den Fahrer des roten BMW zwar nicht, "aber wir hatten Blickkontakt. Dann haben wir beide auf die Ampel geschaut und aufs Gaspedal gedrückt. Es ging darum, wer schneller ist", gab der Angeklagte nach einer Verhandlungspause zu Protokoll. Zeugen schätzten, dass der 19-Jährige wohl 100 km/h auf dem Tacho hatte.

Auf Randstein geknallt und Kontrolle verloren

Der Angeklagte lag vorne, als er vor den roten BMW auf die rechte Spur zog und wegen der Kurve am Fuß der Heuchelhofstraße abbremsen musste. Dabei kam er rechts gegen den Randstein, verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug und landete auf den Straßenbahn-Gleisen. Bis auf eine blutende Nase bei seiner Freundin passierte nichts, der BMW war nach dem Unfall schrottreif.

An einen der vier Polizisten hat er bereits 300 Euro Schmerzensgeld bezahlt, den anderen drei Beamten hat der Jugendrichter in seinem Urteil insgesamt weitere 400 Euro zugesprochen: "Das ist nicht viel, soll aber eine Anerkennung für das sein, was sie bei ihren Einsätzen erdulden müssen", so der Richter. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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