Die Löwenbrücke in Würzburg ist für Fahrradfahrer eine Problemstelle. Foto: Patty Varasano

Würzburg

Bekommen Fahrradfahrer eine eigene Brücke neben der Löwenbrücke?

Radfahrer haben es in Würzburg nicht leicht. An einer Stelle zwickt es besonders: auf der Löwenbrücke. Hier wird es oft eng für Fahrradfahrer. Viele fahren deshalb auf dem schmalen Gehweg. Und obwohl die Ludwigsbrücke kein Unfallschwerpunkt ist, wird es nicht selten gefährlich für Fahrradfahrer. Denn sie müssen sich die enge Brücke mit Autofahrern, Fußgängern und der Straßenbahn teilen. Markierte Radwege oder Radstreifen gibt es nicht. 

Seit Jahren hat sich an der Problemstelle Nummer eins nichts getan. Jetzt hat sich Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt zu der beengten Situation auf der Löwenbrücke geäußert: Im Gegensatz zu früher hält er eine neue Fahrradbrücke für die beste Lösung.

Für OB Schuchardt ist eine Extra-Brücke die "beste Lösung"

Das hat Schuchardt in einer umfangreichen Stellungnahme zum neuen Bündnis "Verkehrswende jetzt" geäußert. Unter anderem gab er darin bekannt, dass es einen Runden Tisch zur Verkehrspolitik geben soll und die Stadtverwaltung schon seit einigen Jahren  eine Verkehrswende vorantreibe. In diesem Zusammenhang "müsse auch einige Kritik relativiert werden", schreibt der OB und sprach das Beispiel Löwenbrücke an. Hier sei vor allem die Anschlusssituation in die Mergentheimer Straße die Herausforderung. "Die Lösung, die keine Stau-Maximierung bringt, wurde vor rund drei Jahren von den Lobbyisten verworfen", erinnert Schuchardt an das städtische Konzept, das nach der Kritik aus Reihen des Radverkehrsbeirates wegen mangelnder Gleichberechtigung der Radfahrer durchfiel.  

Verkehrsbündnis für Würzburg
Bei ihrer Demo kritisierte das Bündnis "Verkehrswende jetzt" mit einem roten Teppich die prekäre Situation für Fahrradfahrer auf der Löwenbrücke. Foto: Daniel Peter

Konsequent sei daher beispielsweise der CSU-Antrag von 2018, den Bau einer weiteren Fahrradbrücke zu untersuchen, erklärt der OB. Laut Schuchardt sei das "die beste Lösung, um die drangvolle Enge auf der Löwenbrücke zu umgehen und damit keine Staus oder Gefahrensituationen für alle Verkehrsteilnehmer – und hiermit seien ausdrücklich auch die Fußgänger gemeint – hervorzurufen".

Mit einem roten Teppich auf der Ludwigsbrücke sei es jedenfalls nicht getan, spielt der OB auf die Fahrraddemo vom "Bündnis Verkehrswende jetzt" vergangene Woche an. „Die sicher für Radfahrer problematische Löwenbrücke nun als Symbol für generellen Stillstand und eine unwillige Stadtverwaltung zu bemühen, ist nicht okay und auch unfair gegenüber den engagierten Mitarbeitern des Rathauses“, beklagt Schuchardt.

Idee einer neuen Brücke wurde 2015 abgelehnt

Was der OB nicht schreibt: An der Problemstelle Löwenbrücke hat sich seit der Ablehnung des städtischen Verkehrskonzeptes nichts mehr getan. Und ebenso wenig erwähnt er, dass seine bevorzugte Lösung einer neuen Brücke für Radfahrer vor vier Jahren von der Stadtverwaltung verworfen wurde. Die Gründe: zu hohe Kosten und problematische Zu- und Abfahrten. Damals war von sieben Millionen Euro die Rede.

Dennoch hat die CSU 2018 Planungen für eine Fahrradbrücke beantragt. Der Stadtrat hatte sich auch dafür entschieden, das Projekt weiterzuverfolgen. Doch passiert ist seitdem nichts.

Verkehrsplanung Löwenbrücke
Ist vor vier Jahren durchgefallen: die städtische Verkehrsplanung für Radfahrer auf und im Umfeld der Löwenbrücke. Foto: Stadt Würzburg

Viele Befürworter für eine Fahrradbrücke

Aber vielleicht tut sich jetzt nach der klaren Aussage von OB Schuchardt etwas? Befürworter für die Radfahrer-Brückenlösung gibt es jedenfalls schon viele. Hans-Jürgen Beck vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) hält sie für eine denkbare Alternative.

Zudem hatten sich bei einer nicht repräsentativen Online-Umfrage der Main-Post vor zwei Wochen 45 Prozent für eine neue Fahrrad- und Fußgängerbrücke ausgesprochen. Und auch Schuchardts Gegenspieler bei der Kommunalwahl nächstes Jahr, der Grünen-OB-Kandidat Martin Heilig, ist für eine neue Fahrradbrücke.

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