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Würzburg

Das “Boot” verzichtet künftig komplett auf Strohhalme

Neues Jahr, neue (gute) Vorsätze. Das sieht auf dem Boot in der Veitshöchheimer Straße nicht anders aus. Deshalb wird dort der Plastikmüll reduziert – und zwar in Form von fehlenden Strohhalmen in Drinks. Nach einer über halbjährigen Umgewöhnungsphase ist es seit Anfang Januar beschlossene Sache. Es gibt keine Strohhalme mehr im Longdrink. Wir haben mit Boot-Betriebsleiter Ivan Terziev über diese und noch ein paar weitere Ideen zu umweltfreundlicherem Feiern gesprochen.

Ivan, wann kam bei Euch denn der Wunsch auf, auf Plastikstrohhalme zu verzichten?

Ivan: "Der Wunsch kam schon vor etwa 1,5 Jahren. Wir nehmen unser Geschäft sehr ernst und damit ist nicht nur „Geld machen“ gemeint, sondern auch aktuelle politische und soziale Probleme zu lösen. (…) Ich persönlich sehe die Bar als meine Leidenschaft und mein Lebenswerk und verfolge alle Trends weltweit. Das Thema mit den Strohalmen ist seit mehreren Jahren in ganz Europa in allen Top-Bars und Clubs sehr aktuell. Deswegen haben wir uns vor etwa sieben bis acht Monaten entschieden, absichtlich jedes Getränk ohne Strohhalm zu servieren um eine Gewöhnungsphase anzubieten. Ab 2019 ist das jetzt offiziell und damit sind wir in Würzburg die Ersten."

Boot-Betriebsleiter Ivan im main-ding.de-Interview! Foto: Chris Weiss

Die EU wird ab 2021 Strohhalme sowieso verbieten - was haltet Ihr von dem generellen Verbot?

Ivan: "Ein Verbot ist immer etwas, was politisiert. Wir finden diese Maßnahme gut, sonst hätten wir das nicht gemacht."

Nutzt Ihr eine Alternative für die fehlenden Halme?

Ivan: "Momentan noch nicht, es ist aber im Gespräch. Wenn wir eine Alternative einführen, müssen wir 101 Prozent davon überzeugt sein, dass sie umweltfreundlich ist, nicht nur bei der Entsorgung, sondern auch bei der Produktion."

Ihr schreibt das ja auch prominent auf eine Tafel, dass es keine Strohhalme mehr gibt. Vermissen Eure Gäste die Trinkhilfe im Drink?

Ivan: "Wir sind stolz drauf, dass wir etwas Gutes tun können und verstecken uns nicht. Manche Gäste vermissen die Strohhalme schon, aber alle verstehen das und finden unsere Aktion gut. Wir waren in mehreren Sachen die Ersten in Würzburg und schreiben das auch groß. (…) Ein anderes Beispiel ist, dass wir absichtlich auf ein Produkt wie Havana Club verzichten und es durch den sehr guten und qualitativ hochwertigen Rum 'Pampero' ersetzt haben."

Strohhalme könnten da ja nur der Anfang sein. Gibt es bei Euch noch andere Ideen, wie in einem Club Eurer Größe Umweltschutz aussehen könnte?

Ivan: "Ja, wir trennen unseren Mühl komplett! Wir haben hinter jeder Bar vier unterschiedene Mülleimer. Gelber Sack, Bio, Papier und Restmüll. Und ja, wir haben noch mehr Ideen für das neue Jahr, ich möchte aber noch nicht zu viel verraten."