Fluchen
Fluchen wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus. Foto: Ar Ducha Misfa'i (iStockphoto)

WÜRZBURG

Fünf Gründe, warum Fluchen gut für Deine Gesundheit ist

Die Klausur lief richtig schlecht? Dein Chef hat Dich zu Unrecht angeschrien? Und auf der Autobahn sind wieder nur Vollidioten unterwegs? In solchen Situationen ist jeder versucht, richtig drauf los zu fluchen. Doch der gute Anstand oder die Kinderstube verbieten das. Die Wissenschaft schert sich darum allerdings nicht. Und Ihr solltet es auch so handhaben - allein aus gesundheitlichen Gründen versteht sich.

Wie die Social-Media-Plattform Ideapod berichtet, zeigen mehrere wissenschaftliche Studien, dass Fluchen gut für die Gesundheit ist. Wir liefern Euch fünf Gründe, warum Ihr Eurer Wut so richtig Ausdruck verleihen solltet.

1. Wer flucht, hält mehr Schmerzen aus

Wir können körperliche Schmerzen besser tolerieren, wenn wir laut drauf los schimpfen. Und das sogar über Sprachgrenzen hinweg. Herausgefunden haben das Schmerz-Forscher um den britischen Psychologen Richard Stephens im Jahr 2017. Die 95 Teilnehmer aus Japan und England musste ihre Hand in Eiswasser tauchen. Einige von ihnen sollten fluchen, andere brüllten belanglose Wörter.

Die fluchende Gruppe hielt es durchschnittlich 30 Sekunden länger im Eiswasser aus. Wörter wie "fuck" und "kuso" (japanisch für "scheiße") erhöhte die Schmerztoleranz und senkte das Schmerzempfinden - unabhängig vom Geschlecht.

2. Schimpfwörter reinigen

Fluchenden Menschen gehört der Mund mit Seife ausgewaschen? Von wegen! Die Schimpfwörter sind die Seife. Jeder, der vor Wut oder Frust schon einmal geflucht hat, kennt das. Danach fühlt man sich besser. Und das zeigen auch Ergebnisse des amerikanischen Psychologieprofessors Timothy Jay. Durch das Fluchen werden unterdrückte Emotionen abgelassen. So können wir starke Gefühle ausleben, ohne dass Unbeteiligte darunter leiden.

Laut Jay werde diese Art der Aggressionsbewältigung jedoch unterschätzt. Eine weitere Erkenntnis: Während Jungs und Mädchen Kraftausdrücke noch gleichermaßen cool finden, fluchen Frauen mit zunehmenden Alter weniger als Männer. Frauen würden Fluchen als Kontrollverlust empfinden, fand der Forscher heraus.

3. Fluchen macht dich ehrlicher

2016 wurde eine Studie veröffentlicht, die den Zusammenhang zwischen einer obszöner Ausdrucksweise und Ehrlichkeit in Beziehungen unter die Lupe genommen hatte. Darin wird beschrieben, dass Fluchen häufig mit Unehrlichkeit assoziiert werde. Jedoch sei laut der Forscher das Gegenteil der Fall: Wer flucht, belügt sich und andere Menschen weniger. Darüber hinaus steigt die Integrität. Für diese Ergebnisse wurden 276 Menschen untersucht und in einer zweiten Studie nochmals knapp 73.800 Facebook-User. 

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4. Wer flucht, ist intelligenter

"So eine verdammte Scheiße!" Wer flucht, ist dumm. Das ist ein weit verbreiteter Glaube. Doch das ist falsch. Zwischen vulgärer Sprache und verbaler Intelligenz besteht ein positiver Zusammenhang. Gestützt wird diese Erkenntnis von einer Studie aus dem Jahr 2015 von Timothy Jay und Kristin Jay. Die 43 Teilnehmer sollten in einer Minute mit vielen Schimpfwörtern um sich werfen wie möglich. Anschließend sollten sie Tiernamen nennen. Letzteres sollte Rückschluss auf den allgemeinen Wortschatz geben.

Wiederholt wurde das Experiment mit 49 weiteren Personen und ähnlichen Aufgaben. Anhand der Ergebnisse schlussfolgerten die Forscher, dass häufig fluchende Menschen einen größeren Wortschatz haben und mehr Sprachkompetenz besitzen als Menschen, die ihre Zunge stets hüten. 

5. Fluchen schweißt zusammen

Wörter wie "Arschloch" oder "beschissen" könnten Euch die Gesellschaft von bestimmten Menschen kosten. Das muss aber nicht sein. In einigen Situationen kann Fluchen die Kameradschaft sogar fördern. Das fand eine 2004 veröffentlichte Studie heraus. Demnach sind Kraftausdrücke zwischen eng zusammenarbeitenden Kollegen üblich, um Freundlichkeit auszudrücken. Außerdem können Arbeitskollegen so besser mit unangenehmen Situationen oder Beschwerden umgehen. Und mal ehrlich: Mit einem verbündeten Kollegen arbeitet es sich doch gleich viel besser.

Also geht raus in die Welt und flucht! In der Arbeit, mit Eurem Partner oder im Alltag (beim Abendessen mit der Schwiegermutter solltet Ihr es Euch aber genau überlegen). Vergesst Fitnessstudios: Fluchen wirkt sich ebenfalls positiv auf Eure Gesundheit und Eure Mitmenschen aus.

Scheiße, tut das gut!

Mit Informationen von dpa

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