Polizisten / Polizei
Foto: Klaus-Dietmar Gabbert (ZB)

Nordheim

Junggesellenabschied in Nordheim: Polizeieinsatz nach gespielter Entführung

In Nordheim ist der Start eines Junggesellenabschieds völlig nach hinten losgegangen. Dort hatte am Samstagvormittag gegen 10 Uhr eine aufmerksame Autofahrerin - während sie an einer Baustellenampel stand - beobachtet, wie ein maskierter und mit Pistole bewaffneter Mann zu einem Hauseingang lief und die Türe des Anwesens geöffnet wurde. Mehr hatte die Dame nicht mehr sehen können, da sie weiterfahren musste. Sie hatte umgehend sehr besorgt die Polizei in Mellrichstadt verständigt, welche mit Unterstützung der umliegenden Dienststellen mit mehreren Streifenwagenbesatzungen ausrückte.

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Wohnhaus wurde von der Polizei umstellt

Die Beamten konnten niemanden an dem Anwesen antreffen und auch den Hauseigentümer und seine zukünftige Gattin telefonisch nicht erreichen. Da eine Straftat zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde das Anwesen umstellt und im Nahbereich gefahndet. Als der Hauseigentümer durch rasche Ermittlungen schließlich doch telefonisch erreicht und am Bahnhof angetroffen werden konnte, stellte sich folgender Sachverhalt dar:

Es hatte sich um keinen Überfall gehandelt, sondern um eine gespielte "Entführung" im Rahmen eines Junggesellenabschiedes. Der Trauzeuge hatte mit einer Sturmhaube maskiert und mit einer Schreckschusspistole bewaffnet an der Haustüre geklingelt, um den Bräutigam zu erschrecken. Anschließend hatte sich die Männergruppe - mittlerweile ohne Maskierung und Schusswaffe - zum Bahnhof in Mellrichstadt begeben, um dort den Ausflug zu starten. Da dem Bräutigam von seinen Freunden zudem das Mobiltelefon "abgenommen" worden war, hatten die Polizisten ihn zuerst nicht erreichen können.

Wird es jetzt richtig teuer für den Trauzeugen?

Den 26 Jahre alten Trauzeugen, der die Schreckschusspistole zwar legal besitzt, für das Führen in der Öffentlichkeit allerdings keine Erlaubnis, einen sogenannten "kleinen Waffenschein" vorweisen kann, erwartet nun ein Strafverfahren. Die Waffe wurde durch die Beamten sichergestellt. Glücklicherweise konnte der Polizeieinsatz abgebrochen werden, nachdem sichergestellt war, dass tatsächlich niemand zu Schaden gekommen ist. 

Die Polizei bittet dennoch dringend darum, eine gewisse Sensibilität bei der Planung solcher Veranstaltungen an den Tag zu legen und vor allem nicht mit Waffen in der Öffentlichkeit zu hantieren. Die Polizei prüft derzeit auch, ob dem 26-Jährigen die Einsatzkosten in Rechnung gestellt werden.

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