Partydroge Lachgas
Ein Straßenhändler verkauft Lachgas-Luftballons am Rembrandtplein, einem Vergnügungsviertel in Amsterdam. Foto: Annette Birschel (dpa)

Venray

Lachgas wird als legale und billige Partydroge immer beliebter

Wer an Lachgas denkt, hat entweder irgendeinen Lachflash aus einem Youtube-Video vor Augen oder erinnert sich an zurückliegende Zahn-Operationen. Denn vorrangig haben Zahnärzte früher mit Lachgas ihre Patienten betäubt. Das ging relativ schnell, ohne einen Lachanfall zu bekommen. In geringerer Dosis wirkt Lachgas aber so, wie es der Name schon erahnen lässt. Das Hirn wird wattig und irgendwie ist alles deutlich lustiger als zuvor.

Den schnellen Rausch für wenig gibt es in ganz Europa mittlerweile an der Straße. Dort wird das Lachgas aus Luftballons eingeatmet. Immer beliebter wird die Partydroge laut einem Bericht der dpa. Denn sie ist legal und ruft deshalb auch Unternehmer auf den Plan.

Erster Lachgas-Laden der Niederlande eröffnet - Behörden kritisieren 

Mathieu Hölzken setzt auf den Trend. Sein Geschäft heißt „Falsche Luft“ und ist der erste Lachgas-Laden der Niederlande. Der Laden, bei dem es eine Dosis Lachgas für fünf Euro gibt, liegt in der niederländischen Grenzstadt Venray, nur einen Katzensprung von Krefeld oder Mönchengladbach entfernt.

Partydroge Lachgas - Lachgas-Laden Venray
Mathieu Hölzken hat den ersten Lachgas-Laden der Niederlande eröffnet. Foto: Piroschka Van De Wouw (ANP)

Womit der eine legal Geld verdient, ist für den anderen ein ernstzunehmendes Problem. Venrays Bürgermeister Hans Gilissen sagt: „Wir können nicht so viel dagegen tun, nur warnen, dass es Risiken gibt.“ Denn der Konsum hat drastisch zugenommen und die Probleme werden offenbar immer deutlicher. Müll durch leere Metallkapseln und Ballons sowie eine sprunghaft angestiegene Zahl von Vergifteten seien die Folge. Das Nationale Informationszentrum meldet im ersten Halbjahr 2019 67 Fälle von Lachgas-Vergiftungen, 2015 waren es 15 Fälle.

Was kann bei einer Lachgas-Überdosis passieren?

Lachgas (Distickstoffmonoxid) kann zu in geschlossenen Räumen zum Tod durch Ersticken führen. Bei der Droge Lachgas warnen Mediziner vor allem vor Übelkeit, Kopfschmerzen, Blutdruckabfall, Verwirrtheit und Dysphorie (angstlich-bedrückte Stimmung). Bei einer Überdosis kann Lachgas einen Kreislaufstillstand oder Hirnschäden auslösen.

Der Rausch hält wahnsinnig kurz an

Das Gas wird entweder aus den Sahne-Kartuschen inhaliert oder aus damit gefüllten Luftballons. Das führt zu einem kurzen Rausch von 30 Sekunden bis höchstens einigen Minuten. Konsumenten berichten von verstärkten Sinneseindrücken und einem Kribbeln am ganzen Körper. Manche kichern unbändig. Wer davon durchschnittlich fünf bis zehn Kapseln einmal im Monat konsumiert, läuft nach Angaben des niederländischen Gesundheitsamtes keine größere Gefahr. In Kombination mit Alkohol und anderen Drogen sehe das aber anders aus. Immer mehr Niederländer würden bis zu 50 Kartuschen am Tag inhalieren und das über einen längeren Zeitraum, heißt es im jüngsten Bericht zu Vergiftungen.

In Deutschland ist Lachgas noch kein größeres Thema. Und dennoch zeigt eine Studie von Drogenforschern der Universität Frankfurt: 2018 hat sich die Zahl jugendlicher Lachgas-Konsumenten innerhalb von drei Jahren verdoppelt.

 

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