Frankenbräu
Reste eines Reinigungsmittels wurden in einer Flasche von Franken Bräu gefunden. Kam der Inhalt überhaupt aus der Brauerei? Foto: Nicolas Armer (dpa)

Mitwitz

Lauge in fränkischem Bier: Handelt es sich um absichtliche Sabotage?

Ein Bier der Franken Bräu wird zum Fall für die Justiz. 30.000 Flaschen rief die Brauerei zurück, nachdem Reste eines Reinigungsmittels in einer Flasche Pils gefunden worden. Vergangene Woche habe sich ein Verbraucher mit einer verunreinigten Bierprobe an die Behörden gewandt, teilte das Landratsamt Kronach mit. Durch die Rückrufaktion entstand ein Schaden von 100.000 Euro.

Geschäftsführer Mohr bezweifelt, ob das Bier überhaupt von Franken Bräu sei

45 Milliliter Pils mit Lauge hatte der Verbraucher abgegeben – in einer Flasche von Franken Bräu. Wurde das Pils mit Lauge lediglich in die Flasche umgefüllt? Das behauptet zumindest der Geschäftsführer der Brauerei. „Ein bernsteinfarbenes Pils - sowas habe ich noch nie gesehen“, sagte Rainer Mohr. Normalerweise sei ein Pils goldgelb oder naturtrüb. Er habe Zweifel, ob das Bier überhaupt von seiner Brauerei stamme. Und dennoch hätten „die Leute Angst, bei uns Bier zu bestellen.“

Zusätzliches Gutachten soll weitere Klarheit bringen

Währendessen ließ das Landratsamt das Pils untersuchen. Ergebnis: In der Probe war „Reinigungslauge aus einer Flaschenwaschmaschine eines Getränkeabfüllbetriebes“. Ein technischer Defekt der Abfüllanlage könnte der Grund sein, heißt es in der Mitteilung der Behörde. Mohr glaubte schon damals nicht daran. Bei der Anlage sei nur eine Halogenlampe kaputt gewesen, erzählte er rückblickend.

Also gab das Landratsamt noch ein Gutachten in Auftrag. Tatsächlich lasse sich keine Verbindung mit der Lauge nachweisen, die die Brauerei üblicherweise verwende, hieß es schließlich in einer Erklärung der Behörde.

„Da will uns jemand gezielt schaden”

Der Geschäftsführer von Franken Bräu vermutet deshalb, dass jemand absichtlich das Bier verunreinigte. „Da will uns jemand gezielt schaden”, sagte Mohr. Auch Rechtsanwalt Robert Scholz vom Bayerischen Brauerbund, bei dem Franken Bräu Mitglied ist habe das Gefühl, dass hier etwas nicht stimme.

In den vergangenen Wochen war die Brauerei nach eigenen Angaben schon mehrfach sabotiert worden. Ermittlungen dazu gibt es aber keine.

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