Simon Hillenbrand in Zadar an der kroatischen Küste. Er ist seit vier Wochen unterwegs. Sein großes Ziel ist es, bis nach Chiang Mai in Thailand mit dem Fahrrad zu fahren. Foto: Simon Hillenbrand
Am 1. März ist der Würzburger Student Simon Hillenbrand in sein 15 000 Kilometer langes Abenteuer aufgebrochen: Er hat sich auf den Weg nach Thailand gemacht – mit dem Fahrrad! Nun ist er seit einem Monat unterwegs und hat es schon bis an die kroatische Küste geschafft, wo er bei frühlingshaftem Wetter Richtung Bosnien weitergeradelt ist, wie er der Redaktion per E-Mail mitteilt.


Der Weg dorthin war allerdings alles andere als sonnenverwöhnt: Als Hillenbrand in Würzburg losgefahren ist, lag Schnee, und die eisigen Temperaturen haben ihn noch eine ganze Weile begleitet. Nach einer Woche kam er im 500 Kilometer entfernten Prag an. Da hatte er bereits fast 5000 Höhenmeter auf dem Tacho, denn nach der Fränkischen Schweiz und dem Fichtelgebirge musste der Dauerradler auch noch ein tschechisches Mittelgebirge überqueren.

Bei 0 Grad nach Wien

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt hat er sich nach Wien vorangekämpft, Knieschmerzen haben ihm zusätzliche Beschwerden bereitet. „Ich musste mich erst noch an das viele Gewicht auf dem Rad gewöhnen“, teilt Simon Hillenbrand mit.

Nachdem sein Zelt nachts heftig eingeschneit wurde, hatte er nach zwei Wochen in der Kälte genug vom erneuten Wintereinbruch über Mitteleuropa. „Ich habe beschlossen meine Route etwas zu ändern und direkt nach Süden ans Meer zu fahren“, berichtet der ehemalige Fahrradkurier.

Schaltungen eingefroren

Dabei musste er noch einen Ausläufer der Alpen durchqueren. Nachdem er sich schwerfällig auf 1000 Meter hochgekämpft hatte, waren auf dem Pass nicht nur seine Hände und Füße, sondern auch seine Schaltung im ersten Gang eingefroren. „Die Schaltung taute wieder auf, meine linke Hand konnte ich den ganzen Tag nicht mehr spüren“, erzählt Hillenbrand.

Von Slowenien kommend blieb ihm an der kroatischen Grenze nichts anderes übrig, als einige Kilometer auf der Autobahn zu radeln, da alle Nebenstraßen mit Stacheldraht abgesperrt waren. Auf dem Weg zur Küste musste der Radfahrer dann noch eine Hochebene passieren, hier machten ihm ein Schneesturm und vor allem starker Wind zu schaffen. „Kam er von der Seite, musste ich mit meinem Lenker regelrecht kämpfen, um nicht in den Straßengraben gedrängt zu werden. Kam er von vorne, konnte ich mich kaum einen Meter bewegen und atmete so viel Luft ein, dass das Ausatmen unmöglich wurde“, berichtet der Weltenbummler.

Wohlbehalten in Zadar angekommen

Der Wind hat ihn dann tatsächlich einmal samt Fahrrad umgerissen. Trotzdem hat er es wohlbehalten in die kroatische Küstenstadt Zadar geschafft. „Die Küstenstraße war sehr schön und als ich ab Split wieder ins Landesinnere abbog, sah ich, dass auch das dalmatische Hinterland sehr schöne Landschaften zu bieten hat“, schreibt er.

Anschließend wurde es wieder bergig und Simon Hillenbrand hat die Grenze zu Bosnien-Herzegowina überquert. Momentan befindet er sich in Mostar im Süden Bosniens. Da die Stadt im muslimisch dominierten Teil Bosniens liegt, hat der begeisterte Fahrradfahrer dort zum ersten Mal auf seiner Reise den Muezzin zum Gebet rufen hören.

Daran kann er sich schon mal gewöhnen, denn im weiteren Reiseverlauf wird er noch weitere muslimisch geprägte Länder wie die Türkei, den Iran und Usbekistan durchqueren.

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