Kofferräume voller Böllermaterial könnten der Forderung nach der Geschichte angehören. Foto: Paul Zinken (dpa)

Würzburg

Petition: Kommt jetzt ein privates Feuerwerksverbot für Würzburg?

Es ist keine wirklich neue Diskussion, die immer wieder in Richtung Jahreswechsel (auch privat) geführt wird. Müssen wir überhaupt böllern? Schon früher hieß es, zu Zeiten von Hungersnöten „Brot statt Böller“ – doch was heute weniger Thema ist, wird mittlerweile zur Umwelt- und Gesundheitsdiskussion.

Würzburg überschreitet empfohlenen Feinstaub-Jahresmittelwert generell Geht es nach der Deutschen Umwelthilfe (DUH), soll deshalb schon ab diesem Jahr in 31 deutschen Städten die private Silvesterböllerei entweder ganz verboten oder zumindest beschränkt werden. Eine dieser Städte ist Würzburg. Denn Würzburg liegt generell über dem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Feinstaub-Jahresmittelwert von 20 Mikrogramm pro Kubikmeter. (22 Mikrogramm sind es hier).

Schon über 100.000 Menschen haben die Petition unterzeichnet

„Viele hunderttausend Menschen mit Atemwegserkrankungen, wie beispielsweise schwerem Asthma, flüchten zum Jahreswechsel aus ihren Wohnungen oder müssen sich dort regelrecht luftdicht verbarrikadieren", heißt es in der Pressemitteilung der DUH, die auf eine Online-Petition zum Verbot privater Feuerwerke verweist, die bereits von mehr als 100 000 Menschen unterzeichnet wurde. Ein Böller-Ende in den 31 Städten soll nach Auffassung des Vereins nur ein erster Schritt sein. Mit dem Deutschen Städtetag wolle man 21. August über ein "möglichst flächendeckendes Ende der privaten Silvester-Böllerei" verhandeln. Das unterstützt unter anderem auch der Würzburger Bund Naturschutz, besonders weil Würzburg als Stadt mit Kessellage besonders betroffen sei.

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Für ein privates Feuerwerksverbot gibt es rechtliche Hürden

Würzburgs Umweltreferent Wolfgang Kleiner bestätigt, dass die Stadt zum Jahreswechsel eine massive Feinstaubbelastung aufweist: "Der 1. Januar ist immer ein Tag der Überschreitung. Zwischen null und ein Uhr messen wir zwischen 500 und 1000 Mikrogramm pro Kubikmeter." Für ein grundsätzliches Verbot privater Silvesterfeuerwerke sieht Kleiner allerdings "keinen rechtlichen Aufhänger", denn der Gesetzgeber lasse solche Feuerwerke in Deutschland ja grundsätzlich zu.

Im Würzburger Rathaus will man die Forderung der Umwelthilfe allerdings nicht einfach zu den Akten legen. "Auf den ersten Blick sehe ich zwar keine neuen Erkenntnisse", so Umweltreferent Kleiner, "aber wir nehmen das ernst." Der Vorstoß werde nun rechtlich bewertet, bei Bedarf wolle man auch die Stadtratsgremien informieren. Eine Antwort aus Würzburg soll die DUH in jedem Fall erhalten.

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