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Foto: Silvia Gralla

Würzburg

Stadt Würzburg zu Sperrstunden-Thema: Darstellung der Petition sei falsch

Über 6.500 Unterstützer haben tagesaktuell eine Petition namens „Nacht für Alle“ von Sebastian Hanf unterschrieben. Hier geht es darum, ein Signal gegen drohende verlängerte Sperrzeiten in Würzburg zu setzen. Diese könnten eintreten, wenn alternative Maßnahmen der Stadtverwaltung, die derzeit für drei Monate getestet werden, scheitern. Durch die Maßnahmen, die als Projekt „Safer Party“ angelaufen sind, sollen die Sicherheit in der Stadt und die Lärm-Situation für die Anwohner verbessert werden.

„Von einer Verlängerung der Sperrzeit sind wir aktuell weit entfernt“

Die Petition und eine am Samstag abgehaltene Demonstration haben jede Menge Wirbel in die Diskussion gebracht. Für den verantwortlichen Ansprechpartner in den Reihen der Stadt, Wolfgang Kleiner, gebe es aber fehlerhafte Informationen. „Die Darstellung (Anm. d. Red: der Petition) 'Würzburg droht unmittelbar die Verlängerung der Sperrzeit - kommt es dazu müssten Bars, Lokale und Diskotheken unter der Woche um 2 Uhr und am Wochenende um 3 Uhr - statt wie bisher um 5 Uhr schließen' ist schlicht falsch.“

Darauf kontern die Initiatoren der Petition und beriefen sich unter anderem auf einen Main-Post-Artikel, der die verlängerte Sperrzeit am Wochenende auf drei Uhr betitelte. „Aufgrund dieses Berichtes und weiterer Verlautbarungen, die von offizieller Seite nie dementiert wurden, war es uns unmöglich, die Sachlage anders zu deuten, als dass Würzburg die Gefahr einer Sperrzeit unmittelbar drohe.“

Kleiner betonte erneut, dass es sich bei einer Verlängerung der Sperrstunde um eine „ultima ratio“, also ein letztes Mittel, handle. Die Entscheidung, welche Sperrzeit festgesetzt werde, treffe die Stadt selbst und würde diese mit der Nachbarschaft und deren Recht auf eine ungestörte Nachtruhe festsetzen. „Dies alles wären Fragen, die man im Einzelfall erst einmal prüfen müsste“, sagt Kleiner.

Warum wurde mit den Gastronomen nicht gesprochen?

Fest steht, dass die weichen Maßnahmen von Seiten der Stadt getroffen wurden. Von einer Testphase wussten die Initatoren von „Nacht für Alle“ laut eigener Aussage nichts: „Uns erscheint es weiterhin nicht zielführend, Testphasen intern festzulegen und diese anschließend weder den Beteiligten noch der Öffentlichkeit zu kommunizieren beziehungsweise die entsprechenden Details zu präzisieren.“

Nur in einer wirklich partnerschaftlichen Zusammenarbeit, in der Behörden einzelne Problemfelder lokal und individuell betrachten, die Gastronomie ihre Verantwortung unmittelbar in und um ihren Lokalitäten wahrnimmt sowie die Polizei ihrer ureigensten Aufgabe nachkommt, auf den Straßen auch bei Nacht für Ruhe und Ordnung zu sorgen, kann eine nachhaltige Verbesserung für diejenigen Bürgerinnen und Bürger stattfinden, welche sich bedauernswerterweise in ihrer Nachtruhe gestört fühlen.

Eine frühere Sperrstunde hingegen sorgt weder für verstärkte nächtliche Ruhe, noch für einen Rückgang der Kriminalität, wie mittlerweile hinreichend bewiesen wurde. Dies aktiv aufzuzeigen, war und ist unser elementarstes Ziel.
- Pressemitteilung „Nacht für Alle“

Die Nachricht Kleiners, wonach man aktuell von einer Sperrstunde „weit entfernt“ sei, freut die Initiatoren allerdings. Nun sei es aufgrund des gestiegenen öffentlichen Interesses auch Zeit, mögliche fehlerhafte Informationen zu klären. Denn auch bei den Machern der „Nacht für Alle“ sei es nicht von Interesse, sich an möglichen „Missverständnissen aufzureiben“.

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