Leon Bareither aus Eibelstadt kam beim Snowboarden am 05.01.19 von der Pist ab und verbrachte eine Nacht in einer Höhle im Schnee. Am 06.01. konnte die Bergwacht ihn retten. Foto: Markus Scheder

Eibelstadt

Von Piste abgekommen: Leon aus Eibelstadt überlebte eine Nacht im Schnee

Beim Snowboarden in Österreich kam Leon Bareither aus Eibelstadt am Wochenende von der Piste ab. Mit fatalen Folgen. Er steckte im Schnee fest. Erst nach einer langen, kalten Nacht konnte ihn die Bergwacht am Sonntag retten. Doch wie hat der 23-Jährige überlebt?

"Plötzlich stand ich bis zum Hals im Schnee", erinnert sich Leon. Er kam nicht weiter, der Weg zurück auf die Piste war zu steil. In solchen Momenten ist es eigentlich einfach, per Smartphone Hilfe zu rufen. Doch Leon hatte ein Problem. Der Akku war leer.

Durch den Schnee gestapft, bis es dunkel wurde

Dem Jungwinzer blieb also nichts anderes übrig, als sich auf den Weg ins Tal zu machen. Vier bis fünf Stunden sei er dann durch den Schnee gestapft, immer an einem Fluss entlang. "Manchmal konnte ich den Fluss aber gar nicht mehr sehen, weil der Schnee alles bedeckt hat." Langsam dämmerte ihm, dass er die Nacht wohl am Berg verbringen wird. Glück im Unglück: Leon Bareither entdeckte eine Höhle am Flussufer. "Der Platz war geschützt durch einen Felsvorsprung und einen umgestürzten Baum, darum lag auch kein Schnee auf dem Boden."

Freunde meldeten Leon als vermisst

Irgendwann stellten auch die Freunde von Leon fest, dass ihr Kumpel fehlt. "Ich war als einziger mit dem Snowboard und nicht auf Skiern unterwegs, wir haben die Tage auf der Piste also eh getrennt verbracht", sagt der 23-Jährige. Der Samstag sollte eigentlich der letzte Urlaubstag sein. Die Freunde melden Bareither schließlich bei der Polizei in Zell am See als vermisst und gaben seiner Mutter Bescheid. Sie startete direkt in Richtung Zell am See.

Zeitgleich machte sich ein Rettungstrupp der Salzburger Bergwacht auf die Suche nach Leon. Er bemerkte die Rettungskräfte, doch sie ihn nicht. Gegen 22 Uhr musste die Bergwacht die Suche abbrechen. Leon hatte allerdings vergleichweise Glück. Mit –2 Grad war die Nacht für Alpenverhältnisse mild. "Schlafen konnte ich trotzdem nicht", sagt er. "Da sind mir schon Gedanken an den Tod gekommen." Die Vorstellung, dass seine Mutter seine Beerdigung würde organisieren müssen, machte ihm Angst.

Trick aus dem Fernsehen schützte Leon vor Kälte

Letztlich brachte ein Trick von Bear Grylls, Survival-Experte aus dem Fernsehen, ein wenig Wärme. "Der hat mal gezeigt, dass Erde gut Feuchtigkeit aufsaugt", erklärt Leon. "Also habe ich einen Teil meiner Kleidung ausgezogen und die kalten Stellen am Körper mit Erde abgerieben." Ob es geholfen hat? Leon glaubt es.

Am Sonntagmorgen kämpfte sich der Eibelstadter eine weitere gute Stunde durch den Schnee, bis ihn ein Seilbahnmitarbeiter mit dem Fernglas entdeckte. "Das war der geilste Moment, als der Mensch mich gesehen hat und ich wusste, es kommt Hilfe." Zwei Bergretter und ein Arzt kamen auf Skiern zu ihm, Leon war gerettet.

Leon Bareiter geht es nach der Nacht im Schnee gut. Er sei ein bisschen müde, habe Kratzen im Hals und „den Muskelkater meines Lebens“. Und das Snowboarden? Nächstes Wochenende will er wieder auf die Piste.

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