Festung Marienberg beleuchtet
Im Sommer erstrahlt die Festung bis 1 Uhr nachts. Für Insekten ist das ein großes Problem. Foto: Fabian Gebert

Würzburg

Warum die Festungsbeleuchtung in Würzburg früher ausgehen muss

Was viele Fachleute und Naturfreunde schon lange befürchtet haben, hat ein internationales Forschungsteam mit Würzburger Beteiligung mit einer Studie bestätigen können: Auf vielen Flächen gibt es ein Drittel weniger Insektenarten als noch vor zehn Jahren.

Zeit, um Insekten stärker zu schützen. Gerade für nachtaktive Arten ist die sogenannte „Lichtverschmutzung“, wie sie von großen Lichtern ausgeht, ein Problem. Viele schwirren so lange um die Lichtquelle, bis sie sterben. Die Stadt Würzburg möchte dieses Problem nun eindämmen, indem sie verschiedene Gebäude ab 23 Uhr nicht mehr anstrahlen will.

Immissionsschutzgesetz schreibt neue Zeiten vor

Grund ist ein neuer Artikel im Bayerischen Immissionsschutzgesetz. Er besagt im Wortlaut: "Nach 23 Uhr und bis zur Morgendämmerung ist es verboten, die Fassaden baulicher Anlagen der öffentlichen Hand zu beleuchten, soweit das nicht aus Gründen der öffentlichen Sicherheit erforderlich oder durch oder auf Grund Rechtsvorschrift vorgeschrieben ist". Vergangenen Sommer hat der Landtag das Volksbegehren "Rettet die Bienen" ins Gesetz aufgenommen und dieses angepasst. Geprüft werden derzeit 200 Leuchten, die Fassaden in Würzburg anstrahlen.

Nicht alles wird künftig vor Mitternacht abgeschaltet

Dort, wo es keine weitere Beleuchtung für die Bevölkerung gibt, darf das Licht aus Sicherheitsgründen auch nach 23 Uhr angeschaltet sein. Das betrifft vor allem den Dom, die Residenz, das Falkenhaus und die Marienkapelle. Zudem gibt es Bereiche, in denen eine Beleuchtung zum Schutz vor Vandalismus weiterhin nötig ist – zum Beispiel bei den Heiligenfiguren auf der Alten Mainbrücke.

Beleuchtungen, die künftig um 23 Uhr nicht mehr strahlen dürfen

Die Stadt teilt mit, dass die Lampen an folgenden Bauwerken nachts abgeschaltet werden: Grafeneckart (bisher: ganznächtig), Festung Marienberg und Käppele (bisher: Sommer bis ein Uhr; Winter bis null Uhr), Installation „Das letzte Luftschiff“ im Hublandpark (bisher: ganznächtig), Bögen der alten Mainbrücke (bisher: nur im Sommer und ganznächtig), Stadtmauer Heidingsfeld (Salmannsturm und Wehrbrücke am Speierloch; bisher bis null Uhr), verschiedene Kirchen (bisher bis null Uhr), alter Kranen und Haus des Frankenweins (bisher: ganznächtig), Zeller Tor (bisher: ganznächtig).

Die Umstellung soll bereits in Kürze erfolgen, da der Aufwand gering sei, die Zeitschaltungen neu zu konfigurieren.

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