Christian Schmidt
Chris Schmidt ist Unfallchirurg und Bodybuilder. Der Würzburger Sportler lebt mittlerweile in den Haßbergen. Foto: Patty Varasano

Würzburg

Wie schütze ich mich am besten vor Sportverletzungen?

Zerrungen und Prellungen gehören zum Leben eines Sportlers – möchte man meinen. Diese These stimmt aber nur eingeschränkt, sagt Unfallchirurg Chris Schmidt, der vor allem in der Würzburger Bodybuilder-Szene bekannt ist.  „Ich vergleiche das gerne mit einem Formel-1-Wagen. Der läuft permanent im roten Bereich, der Motor ist nach einem Rennen kaputt. Wenn man die Tourenwagenmeisterschaften sieht oder normal Auto fährt, dann fährt man entspannter, aber braucht dafür länger.“

Die Formel-1-Wägen in diesem Bild sind die Leistungssportler. Die Profis müssen ab und zu mit Verletzungen rechnen. Dass es dazu dennoch auch im Breitensport regelmäßig zu Zerrungen und Rissen kommt, führt der unterfränkische Arzt auf Fehlverhalten zurück.

Ob Jogger oder Muskelberg: das Warm-Up im Fokus

„Das kennt man eigentlich schon seit Schulsportzeiten: Ausreichendes Warm-Up-Training ist sinnvoll. Gerade, wenn es um Krafttraining geht. Ich bin ja selbst leidenschaftlicher Bodybuilder. Die Muskulatur und die Sehnen müssen gut durchblutet werden. Ob man das in Form eines zehnminütigem Aufwärmtrainings macht oder die Übungen mit leichten Gewichten mit vielen Wiederholungen macht, ist jedem selbst überlassen“, weiß Chris Schmidt. Seine Message: Aufwärmen muss stattfinden! Das betrifft alle Sportarten, denn auch beim Joggen sollte langsam gestartet werden, um dann mehr und mehr Belastung hinzuzugeben. 

Hängen das Alter und Verletzungen im Sport zusammen?

Gerade in zwei Risikogruppen sind Sportverletzungen im Breitensport ein Thema. Dazu sagt der fitte Unfallchirurg: „Es gibt zwei Peaks. Im jungen Sportleralter sind die Sportler risikobereiter und wollen viel erreichen, sind überehrgeizig und verletzten sich vielleicht öfter. Schwieriger wird es auch wieder bei Sportlern im hohen Alter, die teils erst mit dem Sport anfangen. Die sind von der Koordination nicht ausgebildet und nicht trainiert und verletzen sich häufiger.“ Genauso ungesund sei es, nach etlichen Jahren der Pause wieder Vollgas zu geben.

Aufklärungsbedarf sieht Chris Schmidt, der seit 20 Jahren in Fitnessstudios der Region selbst trainiert, vor allem bei Sportneulingen. „Ich glaube, dass alles zu hektisch betrieben wird und dass eine extrem hohe Erwartungshaltung von den Leuten an sich selbst besteht. Die wollen in kurzer Zeit einen Sixpack haben, große Muskeln aufbauen und Fett verlieren. Das ist alles möglich und machbar, braucht aber einfach Zeit. Ich glaube gerade da liegt der Hund begraben, in dieser Hektik. Dafür ist der Sport nicht gemacht.“

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