Polizei / Blaulicht
Mehrere Polizeibusse rückten am Main in Lohr an. Was war passiert? (Symbolbild) Foto: Christian Horz (iStockphoto)

LOHR

Alarm in Lohr: Männer mit Pistole und Machete gesehen?

Ein ungewöhnlich großes Polizeiaufgebot fiel am Mittwoch etlichen Lohrern auf. Was war da los? Auf Nachfrage sagte die Polizei, dass es Anfangs nur Routine gewesen sei. Doch wegen neuer Informationen schlug die Stimmung schlagartig um. 

"Alles Routine", hieß es noch gegen 16 Uhr aus der Polizeiinspektion: Wenn die Bereitschaftspolizei Kapazitäten frei habe, würden diese genutzt, um Präsenz zu zeigen, etwa auch für Verkehrskontrollen.

Gegen 18 Uhr veränderte sich die Situation unvermittelt. In Lohr seien bewaffnete Männer unterwegs. Dieses Gerücht kursierte in sozialen Medien. Konkret hieß es: An der Mainlände seien mehrere Personen in Streit geraten. Das geht aus dem aktuellen Polizeibericht hervor. Einer habe eine Pistole und ein anderer eine Machete dabei. Diese Informationen versetzten die Ordnungshüter unvermittelt in Alarmstimmung. "Wir mussten vom Schlimmsten ausgehen", erläuterte der Einsatzleiter auf Nachfrage der Redaktion.

Landete die Machete im Main?

Anhand der Beschreibung machten Polizisten die beiden Männer tatsächlich direkt am Mainufer aus. Bei der Kontrolle fanden sie im Rucksack des 34-jährigen Mannes eine Druckluftpistole, bei dem 20-Jährigen lediglich die Lederscheide einer Machete. "Offensichtlich hatte dieser bei Sichtung der Streifen die Machete in den Main oder ein Gebüsch geworfen", heißt es im Polizeibericht.

Da zum Führen einer solchen Druckluftpistole ein kleiner Waffenschein notwendig ist und der Eigentümer diesen nicht hatte, wird gegen den 34-Jährigen Strafanzeige nach dem Waffengesetz erstattet. Diese Pistole funktioniere mit Kohlendioxid-Kapseln und ist laut dem Einsatzleiter "nicht geeignet, einen zu töten". Die Machete suchten die Polizeibeamten vergeblich. Sie fällt nach Aussage der Polizei nicht unter das Waffenrecht, sondern werde als Werkzeug eingestuft.

Bei der Befragung der anderen Personen vor Ort stellte sich heraus, dass niemand von den Anwesenden bedroht worden war. Allerdings, so die Aussagen der Zeugen, hätten sich mehrere Personen auch schon entfernt, bevor die Beamten eintrafen. "Viel Wallung um nichts", fasste ein Sprecher der Polizei zusammen. Nach dem Prinzip "stille Post" seien bei der Polizei Halbwahrheiten angekommen. "Das wurde hochgekocht." Vom Schlimmsten ausgehend, habe die Polizei aber reagieren müssen. 

Gegen 22 Uhr zählte ein Augenzeuge acht Polizeibusse, die von Lohr kommend durch Steinbach Richtung Würzburg fuhren.

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