Houseparty / Hausparty
Im Gegensatz zu Pockenpartys für kleine Kinder sind die im fränkischen Raum florierenden Corona-Partys sinnlos. Foto: Kelsey Chance / Unsplash

Würzburg

Warum "Corona-Partys" schlimmer als jede 90er-Party sind

(Kommentar) Seit mehreren Wochen warnen Epidemologen und Virologen, dass das Coronavirus voraussichtlich bis zu 70 Prozent der Bevölkerung befallen wird. Sämtliche Behörden empfehlen, soziale Kontakte einzuschränken. Doch das scheint einige Deutsche nicht zu jucken. Einige mögen sich denken: „Wenn eh alle den Virus bekommen, wieso sollte ich das nicht gleich hinter mich bringen?“ Diese Menschen feiern „Corona-Partys“. An Kurzsichtigkeit ist dieses Verhalten kaum zu überbieten.

Denn nur weil du jung und gesund bist, heißt das nicht, dass das Virus bei dir unauffällig verlaufen wird. Und wenn du dazu noch ganz unbekümmert draußen herumschlenderst, gefährdest du nicht nur dich, sondern auch alle anderen Menschen. Deine Eltern. Deine Großeltern. Deine chronisch kranke Freundin.

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Wird die Couch-Potatoe durch Corona auf einmal zum Partytier?

Anscheinend werden einige Couch-Potatoes da draußen durch geschlossene Clubs, Bars und Kneipen auf einmal zu hyperaktiven, feierwütigen Steh-auf-Männchen. Sie gehen auf die Alte Mainbrücke in Würzburg und genieße ihren Schoppen. Oder feiern eben Corona-Partys. Solche sind laut dpa bereits in Nürnberg und Schwabach gestiegen. Etwa 100 junge Leute haben sich im Nürnberger Stadtpark getroffen mit Musik- und Lichtanlage. In Schwabach waren es 50 Jugendliche im Skater-Park. Über Social Media hatten sie sich offenbar dazu verabredet.

Bis jetzt war ich der Meinung, dass 90er-Jahre-Partys das Ergebnis jedes fehlenden Verstandes seien. Corona-Partys sind allerdings um einiges schlimmer als Backstreet Boys, Britney Spears oder der Macarena-Song – und der ist echt furchtbar.

Dumme Menschen sterben nicht aus, heißt es. Aber diese dummen Menschen sollen bitte nicht auch noch dafür sorgen, dass andere Menschen sterben. In diesen Zeiten ist es mehr denn je angebracht, zweimal nachzudenken. Mach keine Hamsterkäufe. Veranstalte keine Corona-Partys. Und bleib gefälligst Zuhause – immerhin hast du eins.

Gegen das Coronavirus musst du kein Zeichen setzen

Diese Lage ist eine Chance unser Leben aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Und damit ist nicht gemeint, dass wir dafür sorgen sollten, dass andere Menschen gar kein Leben mehr haben.

Hört auf, wie trotzige Kinder mit dem Fuß aufzustampfen und „Ich will aber!“ zu rufen. Genießt die Zeit Zuhause. Schaut eure Netflix-Watchlist durch, lest mal wieder ein Buch, macht Frühjahrsputz. Aber bleibt daheim. Aufstehen, dagegenhalten und ein Zeichen setzen. Diese innere Haltung setzt im Regelfall zwar ein Zeichen gegen Nazis – nicht aber gegen eine Pandemie!

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