Corona-Schnelltests sind eine einfache Möglichkeit, sich selbst auf eine Infektion zu prüfen. Wie unangenehm ist es tatsächlich? Foto: Manuel Scholze

Würzburg

Corona-Schnelltest im Selbsttest: Wie unangenehm ist es wirklich?

Stäbchen rein, Spender sein. Den Spruch kennen die meisten von uns aus der Werbung. Beim Stäbchen der nun massenhaft verfügbaren Corona-Schnelltests geht es aber nicht um Knochenmark, sondern um die Prüfbarkeit einer Corona-Infektion. Wie funktioniert so ein Corona-Schnelltest? Und ist er wirklich so unangenehm in seiner Anwendung?

Schritt 1: Corona Testkit kaufen

Die Schnelltests gibt es derzeit in vielen Supermärkten, Discountern und Drogerien. REWE, Aldi und dm sind nur drei der Anbieter, die Schnelltests in ihrem Sortiment listen. Etwa fünf Euro kostet ein Test, der innerhalb von 15 Minuten Aufklärung darüber gibt, ob man sich mit Corona infiziert hat. Die Zuverlässigkeit der Tests ist hoch, ein PCR-Test dennoch noch zuverlässiger.

Schritt 2: Unboxing

Schnelltest
So sieht ein Testkit (fast) ausgepackt aus. Foto: Manuel Scholze

 

Nach dem Öffnen der Schnelltests fallen folgende kleinere Pakete aus der Verpackung: Ein Stäbchen, ein Röhrchen, ein spezieller Verschluss für das Röhrchen, ein Karton, der das Röhrchen hält und der eigentliche Teststreifen aus Plastik, der hier nochmal in einer Schutzfolie verpackt ist. Auf der Rückseite der Verpackung befindet sich eine Bedienungsanleitung.

Schritt 3: Abstrich mit dem Stäbchen machen

Im Fall dieses Tests erfolgt der Abstrich im oberen Teil der Nase. Das gilt auch schon beim PCR-Test als einer von zwei zuverlässigen Wegen. Immer wieder hört man davon, wie unangenehm diese Erfahrung ist. Ich habe es – wie tausende andere Unterfranken – ausprobiert. Tatsächlich ist beim Einführen des Stäbchens tief in die Nase, etwa auf Augenhöhe, noch wenig zu spüren. Im Anschluss muss das Stäbchen dann aber innerhalb von zehn Sekunden fünf Mal gedreht werden. Die Drehbewegung kitzelt und bewegt das Nasensekret im oberen Bereich der Nase hin und her, was sich extrem komisch und ungewohnt anfühlt. Der Prozess muss auch im anderen Nasenloch wiederholt werden. Das Gefühl lässt sich mit einem unangenehmen Kitzeln beschreiben, die Augen tränen dabei ein wenig. Nach 20 Sekunden ist dieses Gefühl aber vorbei. Ein eher kleiner Preis dafür, um Klarheit über eine mögliche Infektion zu erlangen.

Das Stäbchen muss tief in die Nase eingeführt werden. Hier sitzt es etwa auf Augenhöhe. Es kitzelt ein bisschen und ist unangenehm. Foto: Manuel Scholze

Schritt 4: Stäbchen ins Röhrchen eintauchen

Danach kommt das Stäbchen samt Nasensekret in das kleine Röhrchen, das zuvor von einer kleinen silbernen Schutzfolie befreit werden muss. Etwa zehn bis 15 Mal muss das Röhrchen gedrückt werden, damit sich das Sekret vom Stäbchen gut mit der Flüssigkeit im Röhrchen verbindet. Danach eine Minute stehen lassen.

In diesen kleinen Becher wird das Teststäbchen, das zuvor tief in die Nasenlöcher eingeführt werden muss, getaucht. Darin befindet sich eine Flüssigkeit. Foto: Manuel Scholze

Schritt 5: Flüssigkeit aus dem Röhrchen auf den Kunststoff-Teststreifen tropfen

Im Anschluss wird auf das Röhrchen eine kleine Kappe angebracht, über das die Flüssigkeit auf den Teststreifen getropft werden kann. Drei Tropfen braucht es dafür. In unserem Beispiel ist das Feld mit "S" markiert.

Schritt 6: Warten

Nach 15 Minuten erscheint ein Ergebnis. Zwei Striche bedeutet positiv (selbst wenn einer der Striche nur angedeutet zu sehen ist), ein Strich beim Buchstaben "C" negativ.

Drei Tropfen der Flüssigkeit aus dem Röhrchen werden in das Feld "S" gegeben. Im Optimalfall ist der Test dann negativ, wie hier der Fall. Foto: Manuel Scholze

Was ist, wenn ich ein positives Ergebnis habe?

Wer zwei Striche sieht, kann zur Sicherheit nochmal einen Schnelltest machen, wenn er einen dort vorrätig hat, wo er sich gerade getestet hat. Fällt dieser auch positiv aus, müssen Betroffene den Hausarzt kontaktieren. Danach wird ein PCR-Test zur Bestätigung des positiven Ergebnisses veranlasst. Wichtig: Ist der Schnelltest positiv, sollte man das Haus nicht verlassen. Schließlich ist man potenziell ansteckend.

Fazit: Der finanzielle Aufwand von fünf Euro pro Test mit einigen unangenehmen Momenten beim Abstrich machen aus den Corona-Schnelltests keine entspannte Sache. Wer sich aber mit einem anderen Haushalt bedenkenloser treffen möchte, hat meines Erachtens mit einem Schnelltest nur einen kleinen Preis zu zahlen, um unbeschwerte Momente ohne ständiges Lüften zu genießen. Klingt für mich nach einem fairen Deal.

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