Studierende zur Coronazeit
Studierende fühlen sich zur Coronazeit von der Regierung im Stich gelassen. Foto: Arne Dedert (dpa)

Würzburg

Finanzielle Hilfe für Würzburger Studis: Wer Anspruch darauf hat

Zu wenig finanzielle Unterstützung für einen zu kurzen Zeitraum: Studierendenvertreter kritisieren die Coronahilfen des Staates. Immer mehr Würzburger Studenten versuchen derzeit, die Überbrückungshilfe zu beantragen. Aus der Region wurden laut Informationen des Würzburger Studentenwerks bereits weit über 2000 Anträge eingereicht.

Beim Studentenwerk in Würzburg sind zwölf Mitarbeiter damit beschäftigt, die Anträge abzuarbeiten. Einige von ihnen wurden eigens aus der Kurzarbeit geholt, wie Sprecherin Andrea Bala auf Anfrage bestätigt.

Jeden Monat ist ein eigener Antrag auf Überbrückungshilfe nötig

Wer die Unterstützung zwischen 100 und maximal 500 Euro monatlich beanspruchen will, muss den Antrag dafür jeden Monat neu stellen. Dabei ist dem Studentenwerk die persönliche Notlage durch entsprechende Dokumente glaubhaft zu machen. Vor allem müssen die Auszüge aller Bankkonten aus den letzten Monaten vorgelegt werden. Vereinzelt scheinen sich Studenten durchmogeln zu wollen und haben vor der Antragstellung noch schnell größere Beträge abgehoben oder auf andere Konten überwiesen. Fällt dies dem Studentenwerk auf, wird es nichts mit der staatlichen Unterstützung. Etwa 72 Prozent wurden bisher positiv entschieden.

Woran viele scheitern: Unterlagen nicht komplett eingereicht

Wo sie von den Prüfern abgelehnt wurden, konnten die Studierenden nicht belegen, dass ihre Notlage durch die Corona-Pandemie verursacht ist. Oder: Die nötigen Unterlagen sind nicht vollständig, was häufiger vorkommt. "Wir empfehlen den Studierenden dringend, bei der Antragsstellung besonders sorgfältig vorzugehen und alle Dokumente komplett und leserlich einzureichen", sagt Mathias M. Meyer, Sprecher der bayerischen Studentenwerke. Die Notlage und deren Entstehen durch die Pandemie müssten so plausibel wie möglich erklärt werden.

Lucie Knorr, Vorsitzende des Sprecherinnen- und Sprecherrates (SSR) bezeichnete den Nothilfefonds als "Hohn". Studierenden werde damit nicht aus der Not geholfen. Bei den Mietpreisen in Würzburg komme man mit 500 Euro im Monat nicht weit. Kritik üben die Studierenden auch an der dreimonatigen Befristung der Hilfen. Schließlich werde die Krise über den August hinaus andauern.

Studierendenvertretungen
Ein Student demonstriert in Wiesbaden. Foto: Arne Dedert (dpa)

Welche Studenten haben überhaupt Anspruch auf die Corona-Nothilfe?

Die Überbrückungshilfe zwischen 100 und maximal 500 Euro monatlich gibt es für in- und ausländische Studierende an staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen, die aufgrund der Corona-Krise ihren Lebensunterhalt nicht mehr sichern können und wenn sonstige Unterstützungsmöglichkeiten (BAföG, Stipendien, Darlehen, Unterhalt) nicht ausreichen. Das kann passieren, wenn beispielsweise der Nebenjob durch Corona weggebrochen ist. Zwei Drittel der Studierenden gehen laut Bildungsministerium einem Nebenjob nach.

Ein anderer Grund für die Nothilfe ist die fehlende finanzielle Unterstützung der Eltern. Das kann passieren, wenn die Eltern beispielsweise selbst durch Kurzarbeit in eine finanzielle Schieflage geraten.

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