Mit seinem Team hat Marvin (2. v. l.) bereits Tests im fünfstelligen Bereich durchgeführt. Foto: Marvin Jeromin

Würzburg

Wie zwei Würzburger Medizinstudenten ein Corona-Testzentrum leiten

Das Corona-Testzentrum im Studentenhaus in Würzburg ist ein städtisches Flaggschiff im Kampf gegen die Pandemie. 40 Mitarbeiter:innen kümmern sich hier um die Auswertung der Testergebnisse. Viele von ihnen sind Studierende, auch approbierte Ärzte helfen beim Testen.

Hinter dem Team steht Marvin Jeromin, der mit einem Kommilitonen das Testzentrum leitet. Im Interview spricht er darüber, wie er an den Posten kam und wie es läuft.

Marvin, gibt uns zu Beginn die Kurzversion, wie du Leiter des Testzentrums im Studentenhaus wurdest.

Marvin Jeromin: September letzten Jahres hat die Firma 21Dx in Würzburg nach Student:innen und Auszubildenden im medizinischen Bereich gesucht, die an einer Teststrecke am Dalle abstreichen sollten. Dies war die Geschichte, bei der rund 1500 Leute bei strahlender Sonne für ihren Test anstanden haben und wir als Medis in unseren „Astronautenanzügen“ die Menschen abgestrichen haben. Damit fing alles an. Mein Kommilitone Felix hat mich dann Anfang Oktober eines Abends angerufen und mich gefragt, ob ich Lust hätte, spontan am nächsten Tag eine komplette Schweinfurter Schule auf Corona zu testen. Er wusste, dass ich schon im Rahmen der KITA Studie der Uni viel Erfahrung mit Kindertestungen sammeln konnte. Ich habe sofort zugesagt, bekam dann einen Anruf unseres leitenden Arztes. Noch am selben Tag kam der Arbeitsvertrag und ich war Teil des Teams. Wir arbeiteten uns beide hoch und konnten recht schnell betriebswirtschaftliche Erfahrungen sammeln. Es entstand der Plan, in Würzburg ein Testzentrum für 21Dx zu eröffnen. Das erforderte richtig viel Organisation und etwas Glück, aber 3 Wochen später haben wir im Studentenhaus Würzburg gestartet und ein Team aufgebaut. Soweit die Kurzversion.

Warum wolltest du den Job machen?

Marvin: In erster Linie sind wir im Testzentrum Medizinstudent:innen und wir wollen, dass man sich mit Freunden und Familie treffen, Sport machen und normal in die Uni gehen kann. Dass Tests ein Teil des Konzepts sind, um dies alles wieder zu ermöglichen, ist klar und ist auch unsere Hauptmotivation.

Was musst du denn während eines Arbeitstages alles erledigen?

Marvin: Felix und ich sind beide Manager im operativen Geschäft. Wir haben rund 40 Mitarbeiter:innen – administratives und medizinisches Personal. Wir kümmern uns darum, dass es allen gut geht und dass wir unter den höchst möglichen Standards arbeiten können. Unsere Tätigkeiten sind extrem umfangreich. Vom Waschen der Dienstkleidung unseres Teams bis zum Mietwagenhandling oder Kommunikation mit der Landesregierung ist alles mit am Start.

Und das klappt alles neben dem doch fordernden Medizinstudium?

Marvin: Anfangs war das Ganze wohl mehr als ein Vollzeitjob und ziemlich durchgetaktet. Meistens bestand der Alltag aus tagsüber Testzentrum und abends Online Vorlesung nachschauen und lernen, um die Klausuren zu bestehen. Mittlerweile hat sich das Ganze aber recht gut eingependelt und wir können Studium und Job gut miteinander vereinbaren.

Wie viele Tests habt ihr mit eurem Team schon durchgeführt?

Marvin: Ich denke, dass wir im niedrigen fünfstelligen Bereich liegen. Das Testangebot wird insgesamt gut angenommen, wir sind aber durchaus in der Lage noch viel mehr zu testen. Unser Team ist sehr gut aufgestellt.

Und jetzt, da 3G angesagt ist und sich alle auf die Rückkehr in die Clubs vorbereiten: Kommen immer noch viele vorbei?

Marvin: Die Testbereitschaft ist nach wie vor hoch. Dabei haben wir einige Stammkunden, wenn man das so sagen kann, aber auch viele neue Leute und Touristen. Einen Großteil unserer Probanden stellen Studierende dar. Aber nicht ausschließlich. Wir sind insgesamt sehr froh darüber, dass sich so viele Würzburger testen lassen.

Das Interview erschien zuerst auf wuerzburgerleben.de.

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