Erster Menstruations-Laden in Bayern
Die Menstruation ist für viele Menschen ein Tabuthema. Ein Geschäft in Ansbach bricht mit dieser Vorstellung. Foto: Natalia Lavrenkova (iStockphoto)

ANSBACH

Der erste Menstruations-Laden der Welt befindet sich in Bayern

Sobald Mädchen anfangen zu bluten, vertuschen sie es. Hygiene-Artikel werden heimlich auf die Toilette geschmuggelt und offen darüber geredet wird darüber auch nicht. Bis zum Erwachsenenalter ändert sich das nicht unbedingt. In vielen Köpfen unserer Gesellschaft gilt die Menstruation als etwas Ekliges, ein Makel. Deshalb wird sie totgeschwiegen. So tat es viele Jahre auch die heute 37-jährige Stefanie Wagner.

In Ansbach wird die Periode zum Stadtgespräch

Doch mittlerweile ist das anders. Wie ze.tt.de berichtet, betreibt Wagner heute den weltweit ersten Menstruations-Laden. Und der steht im bayerischen Ansbach. In dem mittelfränkischen Ort leben circa 40.000 Menschen. Das Geschäft namens Almo ist in einer Seitenstraße neben der großen Einkaufsstraße zu finden. Im Schaufenster ist dort zu lesen: „Coole Sachen, die DEINE TAGE besser machen“. Im Laden dreht sich alles um die Periode sowie die dazugehörige Damenhygiene: Stoffbinden in bunten Farben, Menstruationstassen und es riecht nach ätherischen Ölen. „Dank mir redet ganz Ansbach über Menstruation“, sagt die 37-Jährige im Gespräch mit ze.tt.de.

 

Dabei habe sich die 37-Jährige vorher geschämt, Binden im Supermarkt zu kaufen. Irgendwann befasste sie sich intensiver mit dem Thema, bestellte Stoffbinden, wurde jedoch enttäuscht. Sie tüftelte selbst an einer Lösung und gab die selbstgenähten Binden ihren Freundinnen zum Ausprobieren. Sie eröffnete einen Onlineshop, bevor sie im Juni 2019 sich vornahm, in Ansbrach einen Menstruations-Laden zu eröffnen.

Menstruation nach wie vor ein Tabuthema

Doch die Eröffnung des Geschäfts hatte nicht nur Befürworter. In den sozialen Medien wurde heftig diskutiert. Sogar die Schließung des Ladens stand für viele User bereits fest. Doch das Gegenteil war der Fall. Der Laden liefe gut, sagt Stefanie Wagner gegenüber ze.tt.de und selbst die meisten Reaktionen seien positiv.

Dass Menstruation nach wie vor ein Tabuthema ist, merkt die Ansbacherin jedoch sobald sie Werbeanzeigen für ihr Geschäft schaltet. Die meisten negativen Kommentare kommen dabei meistens von Frauen. Stefanie Wagner findet das zwar schade. Gleichzeitig stößt sie mit ihrem Geschäft wichtige Gespräche über den weiblichen Zyklus an und macht ihn sichtbarer. Hoffentlich auch weit über die Grenzen Ansbachs hinaus.

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