Fabio Bellanova ernährt sich ausschließlich von Früchten und verzichtet auf sämtliche Zusatzstoffe (Sublimente) Foto: Chris Weiss

Würzburg

Dieser Würzburger hatte eine Obstallergie und ist jetzt Frutarier

Burger, Pizza, Pommes. Fabio Bellanova war kein Kind von Traurigkeit, zumindest was den Konsum von Fast-Food anbelangt. Trotz seiner recht ungesunden Lebensweise hatte der 23-Jährige aber kein Problem mit Übergewicht und fühlte sich körperlich ok. Mehr machten ihm seine Allergien, das Asthma und leichte Depressionen zu schaffen. „Körper und Geist hängen da eng zusammen“, sagt der Würzburger. Fabio zog für sich die Reißleine und stellte sich einer „30-Tages-Challenge“, in der er sich nur vegan ernähren wollte. Burger und Pizza gab es weiterhin, allerdings gänzlich ohne tierische Produkte. „Ich habe schon damals von einer Studie aus Amerika gelesen, wonach die häufigsten Todesursachen mit der Ernährung zusammenhängen.“ Fabio bekam Angst und gibt offen zu: „Ja, der Antrieb für meine umgekrempelte Lebensweise war die Angst vor dem Tod.“

Heute ernährt sich Fabio ausschließlich von Früchten. Er ist seit einem Jahr als Frutarier noch strikter unterwegs als jeder Veganer. Es gibt kein Gemüse und auch keine veganen Ersatzprodukte wie Soja. Nur pure Früchte. „Im Apfel kommt ja nicht nur der Fruchtzucker mit, sondern auch Mineralstoffe, Ballaststoffe und Faserstoffe.“ Fette zieht Fabio beispielsweise aus der Avocado. Die gehört ja auch zur Gattung der Früchte. Sein Hauptantrieb für diese Mission ist seine Gesundheit.

Nur gut geht es einem als Frutarier natürlich nicht. „Manchmal entgiftet man stärker und ist extrem schlapp, so wie es eben jedem einmal geht. Das ist ja nicht immer nur positiv, da würde ich ein Image erschaffen, das nicht stimmt.“

Wie ist es als Frutarier im Schäufele-Franken?

Während die Tropen für ihre Vielfalt an Früchten bekannt sind, ist Franken deftiges Knödel- und Fleischland. „Generell gibt es Orte, an denen es leichter ist Frutarier zu sein. Aber das wichtigste ist das Warum“, sagt Fabio. Wer einen starken Grund hat, halte auch durch. Daran ändert sich auch nichts, wenn Mama kocht.

„Ich mag die Essensgerüche noch. Wenn meine Mutter zuhause kocht würde ich lügen wenn ich sage, das riecht nicht gut, aber es ist nicht so, dass ich das Verlangen habe, das unbedingt zu essen.“

Über Rückfälle kann Fabio allerdings ein Lied singen. Gerade, wenn das Obstangebot nicht so üppig ist oder es kalt wird, kann wieder etwas Gekochtes dazukommen. „Ich merke aber jedes Mal, wenn ich gekochte Dinge esse, dass mein Energielevels sinkt und es mir nicht so gut geht. Wenn man diese ‚Rückfälle‘ hat, sollte man sich nicht verrückt oder schlecht machen. Es bringt nichts, wenn man sich da negative Gedanken macht. Da bleibe ich positiv.“

Fabio Bellanova aus Würzburg - vom Junkfood-Liebhaber zum Obst-Fetischisten Foto: Chris Weiss

Im Elternhaus habe erst einmal Skepsis geherrscht. Kann das gesund sein? Gibt es Studien dazu? „Meine Eltern haben aber auch festgestellt, dass es mir bessergeht, dass ich eine gute Ausstrahlung habe. Und dass meine Allergien weggegangen sind“.

Im Gegensatz zu seiner Zeit als Veganer wären auch die Rückmeldungen positiver, wenn er von seiner Lebensweise als Frutarier erzählt.

Fabio kauft sein Obst im Supermarkt oder auf dem regionalen Wochenmarkt. Mittlerweile achte er aufgrund der Pesizide auch zunehmend mehr auf Bioqualität. 10 bis 15 Euro pro Tag kostet ihn diese Lebensweise, dafür verzichte er auf Restaurantbesuche. „Ich finde eine Investition in unsere Gesundheit das wichtigste, was man machen kann. Wenn man keine Energie hat, kann man in anderen Bereichen nicht zufrieden leben.“

Fabios Tipp für alle, die ebenfalls etwas ändern wollen:

Es macht Sinn, sich zu Beginn nicht zu sagen: Was kann ich weglassen? Das ist ein Gefühl von Verzicht. Da kann man einen einfachen Gedankenschalter umlegen und sich fragen, was kann ich positives in mein Leben hinzufügen. Ich empfehle, einfach anzufangen und nur Obst zu frühstücken. Nachts ist der Körper im Reinigungsmodus, dann ist es sehr wichtig, in der früh Obst zu essen, um das ganze Auszuspülen und es ist leicht verdaulich.

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