Makoto Yagami im Interview Foto: Chris Weiss

Würzburg

Makoto Yagami aus Würzburg: Ich trage keine Maske und bin authentisch

Dürfen wir vorstellen? Makoto (japanisch für „Wahrheit) Yagami, wohnt in Höchberg, sein Alter verrät er nicht, seine Lieblingsfarbe ist lila. Ach, und der Mann mit selbstgegebenem Namen steht auf Frauen mit langen Beinen und betont, dass bei ihm jeder Mensch so sein könne, wie er will. Wir haben den bekannten Würzburger, der bereits mit Gina Lisa auf dem Echo zu Gast war, zum Interview getroffen.

Frage: Makoto, warum schminkst Du Dir jeden Tag Dein Gesicht?

Makoto: Es ist meine Arbeit, es ist meine Kunst. Es gefällt mir und ich fühle mich wohl so. Außerdem will ich den Leuten eine Message mitgeben. Ich möchte vermitteln, dass ich auch authentisch bin und keine Maske trage. Ich mach‘ mein Ding, ob ich ein positives oder negatives Feedback bekommen ist egal. Dass ich ein Feedback bekomme ist Antrieb, weiterzumachen. Kritik ist immer cool. Viele Leute sagen, ich würde es auch gerne machen wie Du, traue mich aber nicht – das ist für mich nicht authentisch.

Bist Du ein bisschen aufmerksamkeitsgeil?

Ich liebe Aufmerksamkeit, definitiv. Ich stehe nur nicht darauf, beleidigt zu werden. Ich habe auch kaum negative Rückmeldungen wegen meines Aussehens. Wenn das mal vorkommt, kann man sich ja vorstellen, in welchen Kreisen solche Leute abhängen.

Und wofür bekommst Du dann negative Rückmeldungen?

Ich kriege negative Rückmeldungen für meine offene Art. Dass ich direkt Menschen einfach ansprechen kann. Viele Menschen sind damit überfordert. So lernen sich aber die Leute kennen. Ich brauche keine Disko und kein Saufen, ich kann überall Frauen ansprechen.

Wie hoch ist da die Erfolgsquote?

Die Erfolgsquote (Anm. d. Red: der Kontaktversuche) ist eigentlich bei 80 Prozent, dass sie „Ja“ sagen, aber „Ja“ meinen vielleicht fünf Prozent. Das ist dieses maskierte, das ich meine. Man kann ja auch diplomatisch absagen, das finde ich viel sympathischer. Die Menschen sind lieber freundlich, aber falsch. Dann bin ich lieber ein ehrliches Arschloch.

Du hörst gerne laute Musik auf der alten Mainbrücke. Warum beschallst Du die Leute?

Ich bin der Meinung, wenn Straßenmusiker richtig laut Musik machen dürfen, kann ich das ja auch. Nur der Unterschied ist, dass ich dafür ja kein Geld erwarte, ich mache es für die Allgemeinheit. Hin und wieder können Leute sogar ein Lied anregen.

Bist Du als Brücken-DJ da nicht etwas provokativ unterwegs?

Ich sehe das als Provokation so: Auf der Alten Mainbrücke raucht auch jeder Zweite und schmeißt seine Kippe an den Boden. Das gefällt mir auch nicht. Ich gehe aber auch nicht hin und mach‘ ihn dumm an. Ich denke mir meinen Teil. Das gleiche wünsche ich mir von den Leuten auch. Ich würde niemals laute Musik in der Straßenbahn oder in der Bücherei machen – da habe ich Respekt. Das würde mir auch keiner unterstellen.

Du gibst an, als Model zu arbeiten. Unter anderem für MCM. Arbeitest Du auch noch etwas anderes?

Ich bin Japanisch-Dolmetscher und Model. Es gibt mehrere Designer, die mich cool finden. Dafür werde ich aber weniger bezahlt, als vielmehr unterstützt. Die Kosten werden abgedeckt. Ich kriege von denen Sachen und nicht nochmal Kohle obendrauf. Ich bin ja kein A-Promi.

Würdest Du Dich als Influencer bezeichnen?

Ich bin ein Influencer in der Öffentlichkeit, nicht in Instagram allerdings auch auf Facebook bekannt. Es gibt viele, die haben 100. – 200.000 Follower und in der Stadt kennt die keiner. Und mich kennt irgendwie jeder und ich habe nicht so viele Instagram-Follower.

Warum bist Du als sehr modeaffiner Mensch in Würzburg und nicht in Berlin oder Hamburg unterwegs?

In Berlin hätte ich zwar coole Leute um mich rum, aber auch wesentlich mehr Gesocks, mehr Absturz und Menschen mit Problemen. Ich hatte eine Problemjugend und möchte mich von solchen Sachen fernhalten. Die Möglichkeit hast Du in Würzburg. Der Vorteil an größeren Städten wäre vielleicht, mit meinem Potential mehr zu erreichen.

Würdest Du Dich als Punk beschreiben oder ist das eine Beleidigung?

Es ist keine Beleidigung und es gibt Sachen, da sehe ich mich viel mehr als Punk als jeder Punk. Und es gibt Sachen, da würde ich mich vom Punk ausschließen. Punk bin ich, weil ich individuell bin. Ich höre aber sehr viel andere Musik als der Punk an sich – von K-Pop über Rock bis hin zu Alan Walker und Die Antwoord und meine Klamotten kommen auch mal aus dem Skaterladen oder aus dem H&M. Ich bin da offen für alles.

Jetzt ist Weihnachten ja um die Ecke. Feierst Du Weihnachten überhaupt und wenn ja, wie?

Ich feiere Weihnachten, allerdings italienisch-deutsch, da ich Halbitaliener bin. An Heiligabend muss immer italienisches Essen sein, am ersten Weihnachtsfeiertag esse ich ganz normal einen Putenbrustbraten mit Kloß. Zugegebenermaßen bin ich ein absoluter Fischfan. Ich will an Weihnachten was richtig Geiles essen. Sowas gönn ich mir.

Makoto Yagami mit Gina-Lisa Lohfink Foto: Makoto Yagami

 

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