Kann "Kalle vom Dalle" auch im Kostüm? Foto: Silvia Gralla

Würzburg

Was macht der Kickers-Fuchs, wenn er mal dringend muss?

„Ich wollte einmal im kompletten Fuchskostüm in den Block und ein Stadion-Security hat mein Ticket kontrollieren wollen. Ich habe ihm gesagt: ‚Ich bin das Maskottchen, ich brauche keins‘. Dann hat er darauf geantwortet: ‚Das kann ja jeder sagen‘.“ Was so unglaublich klingt, ist Thomas, dem Mann im Fuchskostüm, tatsächlich so passiert. Und es ist nicht die einzige Hürde, mit der das ehrenamtliche Maskottchen umgehen muss.

Thomas macht den Job des Maskottchens bereits seit einigen Jahren. Er weiß also, wovon er spricht. Und er hat einen großen Feind: die Hitze. Wenn er bei über 30 Grad in seinem felligen Kostüm am Dallenberg den Hampelmann mimt, dann geht das nur in Badehose, T-Shirt und mit einem Trinkrucksack im Kostüm. Dann läuft der Schweiß in Strömen und ohne Deo (das wurde ihm am Eingang von fleißigen Securitys auch schon abgenommen) „dann stinkt der Fuchs auch mal, wie ein echter Fuchs.“ Wenn Thomas zwei bis drei Liter Wasser während eines Spiels trinkt, muss er an heißen Tagen nicht einmal auf die Toilette. Was aber, wenn doch?

Dann geht es im mit einem Helm verstärkten schweren Fuchskopf in voller Montur an das Pissoir. „Hier habe ich extra das Kostüm nachschneidern lassen, dass der Fuchs die Möglichkeit hat, aufs Klo zu gehen.“ Neben diesem Eingriff gibt es mittlerweile auch eine Hosentasche, damit der „Kalle vom Dalle“ auch etwas einstecken kann.

Und wenn einer am Schwanz zieht?

Klar, Interaktion mit den Fans gehört für Thomas dazu, wenn er in die Rolle des Kalles schlüpft. Während er versucht, mit Feingefühl auf die Fans zuzugehen, werden von Seiten der meist kleineren Kickers-Anhänger auch mal Grenzen übertreten. „Man hat viele Kinder, die am Schwanz oder an der Nase ziehen. Man kennt seine Pappenheimer, die immer da sind. Da muss ich natürlich ruhig bleiben.“ In Fällen wie diesen hilft mainDing-Fotografin Silvia oder Helfer vom Verein und ermahnen die Übeltäter.

Fotoserie

FC Würzburger Kickers - Energie Cottbus

Im echten Leben ist Thomas Polizist. Das ist nicht immer ein Vorteil. „Das ist nicht sehr gerne gesehen. Persönlich komme ich mit den Jungs aus der Fanszene super zurecht und beim Quatschen ist es nie ein Problem. Aber gerade die Jüngeren bringen auf dem Platz gerne mal einen Spruch.“

Und außerhalb des Fußballs?

Wenn Thomas nicht in der Notrufzentrale sitzt oder die Anhänger der Rothosen auf dem Rasen anfeuert, dann ist er möglicherweise im Ausland unterwegs. Denn die Passion des ehemaligen Fußballers, der auch schon für die Dritte der Kickers kickte, ist das Reisen. Und damit verdient er – im Gegensatz zum Fuchsjob – Geld.

Als Reisebegleiter verhilft er Gruppen zum perfekten Urlaub oder Ausflug. „Mein absolutes Traumziel ist Rom. Es ist für mich die schönste Stadt, die es gibt. Es gibt verdammt viel zu erleben, man ist relativ nah am Meer und sie ist sehr gut von Nürnberg aus mit dem Flugzeug zu erreichen.“ Passt ja eigentlich nicht so ganz. Denn die mythischen Gründer der Stadt Rom wurden der Sage nach schließlich von einer Wölfin gesäugt – und eben nicht von einem Fuchs.

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