Die Zeller Straße in Würzburg probt den Betrieb als Einbahnstraße. Schon jetzt gibt es eine Reihe von Beschwerden. Die Polizei kontrolliert regelmäßig. Foto: Johannes Kiefer

Würzburg

Entpuppt sich die neue Verkehrsführung in der Zeller Straße als gefährlicher Flop?

Die Zeller Straße in Würzburg soll langfristig zur Einbahnstraße werden. Doch im seit Anfang September laufenden Probebetrieb läuft es alles andere als glatt.

Immer größer scheint der Stapel an Beschwerden von Fahrradfahrern und Anwohnern zu werden, die bei Stadt und Polizei eintrudeln. Autofahrer schimpfen über lange Staus in den anliegenden Straßen, andere ignorieren die neue Regelung einfach. "Während einige Anwohner auf die Einhaltung der Regelungen drängen, weisen andere Beschwerdeführer auf die aus ihrer Sicht verschlechterte Verkehrssituation hin“, heißt es von Seiten der Polizeiinspektion Würzburg.

Stau in der Dreikronenstraße reiche manchmal über die Straßenbahngleise an der Talavera hinaus

Nicht nur die Polizei wird auf Rückstaus auf den Umfahrungsstrecken und an Knotenpunkten hingewiesen, auch die Stadt und das Ordnungsamt erhielten Hinweise, die teils von einem „absoluten Chaos“ sprechen. Das betreffe Staus in der Dreikronenstraße, die auch schon über die Straßenbahngleise an der Talavera hinausreichten.

Zählung: Zwischen 15 und 40 Falschfahrer pro Stunde

Gleichzeitig gibt es Beschwerden von Anwohnern und Radfahrern über die große Anzahl an Autofahrern, die die Einbahnregelung entweder übersehen oder bewusst ignorieren. Zwischen 15 und 40 Falschfahrern pro Stunde hat Christian Stockmann, der den oberen Teil der Zeller Straße von seinem Schreibtisch aus im Blick hat, in den ersten drei Septemberwochen gezählt.

Noch in der Gewöhnungsphase

Gefährlich sei die neue Regelung auch für Fahrradfahrer: Falsch einfahrende Fahrzeuge würden vom Gegenverkehr ausgebremst oder abgedrängt – das führe nicht nur zu gefährlichen Situationen für Radfahrer, sondern auch zu häufiger Lärmbelästigung der Anwohner durch Hupkonzerte. Die Polizei war inzwischen mehrfach vor Ort und hat zahlreiche Falschfahrer belehrt. Alles in allem sei es aber noch zu früh für eine Bilanz. Laut Stadt befinde man sich schließlich noch in einer Gewöhnungsphase.

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