Polizeirazzia in Cannabis-Shops in Würzburg und Schweinfurt
Die Betreiber des Cannameleon in Würzburg sprachen nach den Razzien von einer "Repressalie". Zu deutsch: Zwangsmaßnahme. Auch das House 420 in Schweinfurt wurde durchsucht. Foto: Daniel Peter

Würzburg

Razzien in CBD-Shops in Würzburg und Schweinfurt: Nun gibt es eine Anklage

Fast ein Jahr ist es her, als die Kriminalpolizei  drei sogenannte CBD-Shops in Würzburg und Schweinfurt durchsuchte. Ein Anfangsverdacht der Ermittler erhärtete sich lange Zeit nicht. Nun kommt es allerdings zur Anklage, wie die Staatsanwaltschaft am Freitagmittag mitteilte.

Nach den nun vorliegenden Ermittlungsergebnissen hätten sich die Ladenbetreiber unter anderem wegen unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln strafbar gemacht. Nach den vorliegenden Erkenntnissen sei allerdings nicht mit Marihuana gedealt worden, sondern unterschiedliche Teesorten hätten über den Grenzen der erlaubten THC-Werte gelegen.

Unter anderem sei im Online-Handel der Shops ein Nutzblütentee gefunden worden, der unverarbeitete Marihuanablüten enthalte. 0,3 Prozent THC-Wirkstoffgehalt konnte durch das bayerische Landeskriminalamt nachgewiesen werden. Erlaubt seien lediglich 0,2 Prozent oder weniger, was im vorliegenden Fall laut Staatsanwaltschaft aber keine Rolle spiele.

Unverarbeitete Teile der Cannabispflanze dürfen nur mit Genehmigung verkauft werden

Denn unverarbeitete Teile der Cannabispflanze dürfen laut Betäubungsmittelgesetz nur mit einer vorliegenden Erlaubnis verkauft werden, so die Staatsanwaltschaft. Dieser bestünde, wenn es sich um einen wissenschaftlichen oder gewerblichen Zweck handle. Der Verkauf an Endabnehmer zum Konsum falle nicht unter die Regelung.

Der vermeintlich kleine Regelverstoß bringt die CBD-Shop-Betreiber in Bedrängnis. Der Tatvorwurf lautet unter anderem „vorsätzliches, gewerbsmäßiges, unerlaubtes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln oder unerlaubte Abgabe von Betäubungsmitteln an Minderjährige“.

Weitere Anklagen gegen die Beschuldigten nach aufsehenerregenden Razzien

Zwei der insgesamt fünf Beschuldigten werden wegen weiteren Delikten wie Beleidigung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und vorsätzlichen Besitzes einer verbotenen Waffe angeklagt. Bei der Waffe, die bei der Razzia gefunden wurde, handle es sich um einen Elektroschocker in Taschenlampenform. 

Die Ermittlungen sind damit erst ein Jahr nach den aufsehenerregenden Durchsuchungsaktionen abgeschlossen. Die Klage wurde am Amtsgericht in Würzburg erhoben, den Beschuldigten seien die Anklageschriften bereits zugestellt worden.

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