Fast alle dürften den Kupsch Supermarkt in der Domstraße kennen. Ihn gab es auch schon vor dem Zweiten Weltkrieg. Foto: Robert Schmidt

Würzburg

Virtual Reality macht es möglich: So sah die Domstraße vor dem Krieg aus

Nach dem Zweiten Weltkrieg war in Würzburg nichts so, wie es einmal war. Teile der Stadt wurden originalgetreu wieder aufgebaut. Doch nicht alles, zeigt ein Modell des Würzburger Studenten Robert Schmidt. Der 23-Jährige erstellte die Domstraße so, wie sie etwa 1930 aussah. Virtual Reality macht es möglich, zeigt eine Pressemitteilung der Hochschule Würzburg-Schweinfurt (FHWS).

Das Thema für die Arbeit im Studiengang Geovisualisierung hat Dozent Stefan Sauer als Aufgabe gestellt. Der gebürtige Würzburger weiß um die Folgen der Katastrophe, was ihm aber bisher fehlte, war eine Darstellung der Stadt vor dem Bombenangriff. Der Auftrag lautete deshalb, die historische Domstraße mithilfe moderner 3D-Technologien möglichst realistisch wieder auferstehen zu lassen. Robert Schmidt hat die Herausforderung angenommen.

Die Domstraße im Jahr 1930 bei Nacht. Foto: Robert Schmidt

Bücher, Pläne und Internetquellen gewälzt

Was einfach klingt, war ein Riesenstück Arbeit: Denn Schmidt hat nicht nur architektonische Elemente wie Fassaden und Torbögen nachgebaut, sondern eine Vielzahl zusätzlicher Details wie Bordsteinkanten, Pflasterstrukturen, Laternen und sogar die Straßenbahn hinzugenommen. Für eine lebendige Atmosphäre sorgen vorüberziehende Wolken, rauchende Kamine, ein sprudelnder Vierröhrenbrunnen, das Glockengeläut des Domes und flanierende Passanten. Schließlich kann der Nutzer mit einem Klick in den Nachtmodus schalten, Schnee fallen lassen und eine Runde Straßenbahn fahren. Um auch einen Zugang ohne VR-Brille zu ermöglichen, hat Schmidt eine zusätzliche PC-Anwendung entwickelt. Als Grundlage für den Entwurf wälzte Schmidt Bücher, Pläne, über 100 Fotos und eine Menge Internetseiten.

Über 16 Netto-Arbeitstage Aufwand

Den enormen Aufwand von rund 400 Stunden, in Summe also über 16 ganze Tage, haben Professorin Dr.-Ing. Daniela Wenzel und Stefan Sauer mit der Note 1,0 belohnt. „Herr Schmidt hat deutlich mehr investiert als viele andere, er war für alle Ideen offen und hat selbst Spinnereien umgesetzt“, sagt Wenzel. Viel Herzblut sei dabei investiert worden. Nun könne man durch das Ergebnis einfach spazieren gehen.

Hier könnt ihr die alte Domstraße in Würzburg virtuell entlangschlendern.

Student Robert Schmidt investierte 400 Arbeitsstunden in das Virtual-Reality-Modell der Domstraße. Foto: Stefan Sauer (FHWS)

 

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