Für mich sind Tattoos wie ein Amulett, das man geerbt hat, sagt mainDing-Redakteurin Denise Schiwon. Foto: Denise Schiwon (Selfie)

Würzburg

Warum ich tätowiert bin

„Jeder von uns ist Kunst, gezeichnet vom Leben“, textete Casper einst für einen Song. Auf meinem Körper hat nicht nur das Leben seine Linien hinterlassen, sondern auch ich – beziehungsweise Tattookünstler:innen. Mit 18 Jahren ging mir die Liebe zur Kunst zum ersten Mal unter die Haut. Es sollte nicht das letzte Tattoo sein. Selbst zwölf Jahre später bin ich noch nicht am Ende. Das ist für mich das Schöne an Tattoos: Es ist wie eine Collage, die ständig erweitert werden kann. Meine Eltern haben beide mehr als ein Tattoo. Berührungsängste hatte ich also keine.

Kritik hingegen gab und gibt es durchaus: „Vorher hast du mir besser gefallen“, „Warum hast du das bloß gemacht?“, „Hast du dir mal überlegt, wie das aussieht, wenn du alt bist?“ Na klar: Meine Haut wird faltig und schrumpelig. Das kann sie auch mit Tattoos sein, die mich an wunderbare Dinge erinnern wie den Jakobsweg oder den Kampf gegen eine Essstörung.

Für mich sind Tattoos wie ein Amulett

Die Frage lautete für mich nie, ob, sondern wann und welches Tattoo ich will. Für mich sind Tattoos wie ein Amulett, das man geerbt hat. Ein kunstvoll angefertigtes Schmuckstück, das für seine:n Besitzer:in von universellem Wert ist. Jedes Tattoo erzählt seine eigene Geschichte, die manchmal nur ihr:e Träger:in kennt.

Doch die Quintessenz meiner Tattoos liegt in der Selbstbestimmung. Immer wieder versuchen andere Menschen über meinen und den Körper anderer zu bestimmen. Von Bewertungen über Bodyshaming bis hin zu Gewalt. Aber: Ich gehöre nur mir. Ich alleine entscheide über meinen Körper und welche Motive meine Haut zieren.

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