Demonstration der Antifa
Die Antifa Würzburg rief am Samstag zum Protest gegen einen Tattoo-Studio-Betreiber mit rechtsextremer Vergangenheit auf. Etwa 120 Personen nahmen an der Demo teil. Foto: Silvia Gralla

Würzburg

Warum in Würzburg die Antifa in der Eichhornstraße aufmarschierte

Wie drastisch darf man gegen andere Gesinnungen vorgehen? Und wer bekommt wann eine zweite Chance? Die Antifa in Würzburg stellt diese Fragen nach einer Protestaktion am Wochenende auf den Prüfstand. Denn die Demonstration gegen ein neu eröffnetes Tattoo-Studio, in dem ein bekannter Neonazi beschäftigt sein soll, stößt nicht nur auf Unterstützung.

Mitarbeiter des Studios soll am "Sturm auf Connewitz" beteiligt gewesen sein

120 Personen, teils vermummt, versammelten sich am Samstag in der Eichhornstraße in Würzburg vor einem neu eröffneten Tattoo-Studio. Laut Einschätzung der Antifa betreibe das Studio ein bekannter Neonazi, der auch an dem „Sturm auf Connewitz“ 2016, einem Stadtteil in Leipzig, beteiligt gewesen sein soll. Darauf deuten die Recherchen der Antifa zu den Urteilssprüchen gegen den Mann hin. Beim „Sturm auf Connewitz“ verwüsteten rund 250 Neonazis und Hooligans den linksgeprägten Stadtteil.

Antifa betont, Mann habe seine Gesinnung auch nach Verurteilungen nicht geändert

Auf Facebook wurde die Aktion in Würzburg kontrovers diskutiert. Kern der Frage: Wie weit darf ein Mensch aufgrund seiner Gesinnung verfolgt werden? Schließlich hat ein Beschuldigter - egal in welchem Fall -  auch irgendwann seine Strafe für frühere Verfehlungen abgesessen und dafür gebüßt. Die Antifa betonte, aufgrund der Social-Media-Aktivitäten des Mannes zweifelsfrei bescheinigen zu können, dass er an seiner neonazistischen Haltung nichts geändert habe. Das Credo sei klar: Rechten dürfe kein Platz eingeräumt werden. Auf einem Banner war zu lesen, man müsse "Nazis aus der Stadt jagen".

Die Protestaktion verlief friedlich, meldet die Polizei. Lediglich ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet, da sich ein Mitarbeiter des neuen Tattoo-Studios durch eine Rede beleidigt fühlte.

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