Angefangen hat Werner Kirschner in Würzburg mit nichts, heute fährt er dicke Autos und präsentiert sich gerne in schönster Umgebung auf sozialen Medien. Foto: Screenshot Youtube (@Werner Frankfurt)

Würzburg

Werner Frankfurt: Wie der Bordell-Boss seine Karriere in Würzburg startete

In breitem Fränkisch spricht er über den Knast, Autos und „Huren“. Obwohl er diesen Begriff lieber vermeiden möchte. Es sind nicht nur die Themen, sondern auch sein Aussehen, mit dem der tätowierte, breitschultrige Typ mit seinen langen schwarzen Haaren, Undercut, Halsketten und Ringen dem Klischee eines Puffbetreibers entspricht. Wenn er hingegen seinen Mund aufmacht, wirkt er aufgeräumt, ruhig und sortiert. Vor allem, wenn er von seiner Vergangenheit berichtet, die es in sich hat.

Werner Frankfurt, dessen bürgerliche Name Werner Kirschner lautet, hat bewegte Zeiten erlebt. Und über die spricht er seit Herbst 2021 regelmäßig öffentlich auf einem Youtube-Kanal, dessen Videos fast vier Millionen Mal aufgerufen wurden.

Erstes Bordell in der Würzburger Tageszeitung gefunden

Angefangen hat für den gebürtigen Franken, der heute bundesweit Bordelle betreibt, alles in Würzburg und in Schweinfurt. Seinen ersten Puff eröffnete er in Würzburg, als er 23 Jahre alt war. In der Tageszeitung fand er damals das Inserat mit dem Titel „Nachtclub in Würzburg zu vermieten“.

Werner Kirschner war direkt Feuer und Flamme, bereits im Jugendalter faszinierte ihn das Rotlichtmilieu. Ein guter Freund, der als Immobilienmakler arbeitete, finanzierte den Traum des eigenen Bordells. Die Einnahmen im Würzburger Sexclub wurden „halbe-halbe“ gemacht, erklärt der Bordell-Boss in einem seiner Youtube-Videos.

Puff-Expansion in die Bauerngasse und Klingenbrunnstraße in Schweinfurt

Würzburg bildete die Basis für den heute erfolgreichen Unternehmer, der zunächst in weitere Etablissements in Schweinfurt investierte. Es entstanden Bordelle in der Bauerngasse und in der Klingenbrunnstraße. Die Kohle stimmte, er bezog eine Industriellen-Villa in der Stadt. In einem Youtube-Video fährt der Bordell-Chef zur Villa und zeigt diese.

„Das war Wohnen auf 350 Quadratmeter. Ich bin mit einem Tretroller, die damals aufkamen, von Wohnzimmer zu Wohnzimmer gefahren. Und wenn ich im seidenen Bademantel, mit Zigarre und Cognac auf der Terrasse saß, war das auch für die Nachbarn eine Attraktion.“ Als „Lichtgestalt“ und „abgefuckter Straßenköter“ beschreibt sich die schillernde Persönlichkeit Kirschner, in der Zeit habe er auf „alles und jeden geschissen“. Empfehlen möchte er das heute niemanden, denn die Szene brachte Werner Frankfurt schnell mit dem Gesetz in Konflikt.

Jähes Ende durch die „staatliche Urlaubslotterie“

Sieben Jahre Gefängnis, die er offenbar in den 90er-Jahren absitzen musste, warfen ihn aus der Traumwelt eines erfolgreichen Bordell-Moguls. Kontakte nach außen blieben bestehen, er konnte auf ein „stabiles Umfeld“ setzen, so sagt es Werner selbst. Nach der „Teilnahme an der staatlichen Urlaubslotterie“, wie Werner Kirschner den Knast auf Youtube beschreibt, musste er wieder ganz am Anfang starten. Nur seine Klamotten und 940 Euro hätte er gehabt. Abgeholt wurde er von seiner damaligen Freundin aus Schweinfurt, bei der er einzog.

Geld verdiente der Mann aus dem Rotlichtmilieu relativ schnell wieder. „Wenn du im Knast im Kopf hast 'ich pack das da draußen nix mehr', dann nimm dir einen Strick und häng dich in der Zelle auf“, so lautet sein hartes Urteil über die Antriebslosigkeit von Häftlingen, die er nie verspürt habe. Mit einem Wettbüro und einem Autohandel mit Oldtimern, die Kirschner von England nach Deutschland importierte, kamen die Moneten zurück. Der Traum, wieder ein Bordell zu besitzen, blieb.

Werner Frankfurt: „Mein ganzes Leben hat sich immer im Milieu abgespielt.“

Die Chance packte der Franke, als er einen Job in einem Freudenhaus angeboten bekommen hatte. Dort arbeite er zunächst an der Tür, später durfte er ein neu eröffnetes Etablissement im Norden der Republik leiten. Der Einstieg in die Szene war wieder geschafft, obwohl er sie gedanklich nie verlassen hatte. „Mein ganzes Leben hat sich immer im Milieu abgespielt“, erinnert sich der Bordell-Boss, der heute wieder fünf Laufhäuser besitzt und mit dem Royce Rolls durch Deutschland kurvt. Und daran wird sich so schnell wohl auch nichts ändern.

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