Yen aus Würzburg ist unser neues mainDing-Titelmodel. In der neuen Ausgabe dreht sich vieles um das Thema Tattoo. Das Mag findet ihr kostenfrei ab Donnerstag in der City. Foto: Christoph Weiss

Würzburg

Würzburger Tätowierer zu neuen Tattootrends wie Fineline und Dotworks

Als sich unser Titelmodel Yen aus Würzburg ihr erstes Tattoo stechen lässt, ist sie gerade 18. Es wurde direkt etwas Großes, ein Rückentattoo. „Das wollte ich schon mit 15 so haben“, sagt die heute 28-Jährige. Direkt nach ihrem Geburtstag ging es ins Tattoostudio. Dabei blieb es nicht. Ein Kirschblütenbaum kam dazu, auch Schmetterlinge hat sie sich unter der Haut verewigen lassen. Ein Bild von einem Wolf heult ebenfalls auf ihrem Körper. Und mit einem Semicolon-Tattoo trägt die Würzburgerin ein Symbol für den selbstbestimmten Verlauf des Lebens.

Ihre detailreichen, schwarzen Tattoos treffen einen Trend. Denn farbig ist die Körperkunst von Yen nicht. „Ich mag gar keine Farben an mir selbst, sehe es an anderen aber gerne.“ Dass die Farblosigkeit den Zeitgeist trifft, weiß auch Timo Crass, Geschäftsführer des bekannten städtischen Tattoostudios HOUSE OF PAIN: „Farbe ist gar nicht mehr gewünscht, was neuere Motive angeht. Das Maximale was gerade dazukommt, sind eher aquarellartige Akzente.“

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Auch werden heute mehr Tattoos auf Händen, Hals und im Gesicht angefragt. Früher sollten die Tattoos immer durch Kleidung verdeckt werden können. Im HOUSE OF PAIN müsse man sich Tattoos im Hals und Gesicht aber „verdienen“, einem Anfänger wird grundsätzlich nicht direkt in den Hals gestochen. Das heißt: Erst einmal muss man sich zahlreiche Male am Arm oder Oberkörper tätowieren lassen, bis sichtbare Stellen vom Tätowierer angepackt werden.

Tattoos als Dotwork: Wo Punkte aufgereiht werden

Gerade Fineline-Tattoos und Dotworks sind das, was in der Tattooszene 2021 Wellen schlägt. Dotwork ist ein neuer Trend, der die ganz ursprüngliche Form des Tätowierens in den Mittelpunkt stellt. Hier werden schwarze Punkte so gestochen, dass sie Muster und Ornamente ergeben. Eine echte Schattierung gibt es bei dem Stil nicht mehr, diese wird lediglich über die Dichte der einzelnen Punkte erreicht. Dotwork erinnert damit an die Kunstform des Pointilismus.

„Bold will hold“

Beim Trend Fineline wird mit sehr dezenten Linien gearbeitet. Nachgefragt werden bei Timo „simple Motive, symmetrische Motive und Motive, die aus einer Linie bestehen“. Wie langlebig diese Ideen sind, steht auf einem anderen Papier. „Es gibt unter Tätowierer:innen einen Spruch, der heißt: ‚Bold will hold‘“, sagt der 38-jährige Profi an der Nadel. Er tätowiert meist im traditionellen Stil, der immer auf Basis einzelner, kräftiger Linien entsteht. „Die sind stabil. Tätowieren sollten nicht nur nach dem Stechen gut aussehen, sondern auch in zehn Jahren.“

Als sich Yen ihr erstes Tattoo stechen hat lassen, war sie gerade 18 Jahre alt geworden. Fertig ist sie mit ihrer Körperkunst noch nicht. Foto: Christoph Weiss

„Tätowieren ist harte Arbeit von früh bis spät. Du denkst in der Früh an die Tattoos, die du machst. Abends bereitest du die Tattoos für den nächsten Tag vor“, weiß der ehemalige Küchenchef aus Erfahrung.

Um sich selbst tätowieren zu lassen, hat mainDing-Titelmodel Yen meist bis zu einem halben Jahr gewartet. „Genug Zeit, um sich Gedanken zu machen, ob man das wirklich will“, sagt sie. Heute ist sie am Oberkörper, Armen, Beinen und Händen tätowiert. „Ich nähere mich langsam dem Ende, aber die Abstände, in denen ich ein Tattoo machen lasse, werden auch größer.“ Sich selbst versteht die 28-Jährige als Leinwand: „Meine Tattoos sind eine Art der Kunst, die ich gerne teilen möchte.“ So ist Yen einfach selbst zum Kunstwerk geworden.

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