Barber-Shop
Zu Besuch in Burd´s Barber Shop in der Textorstraße in Würzburg. Foto: Patty Varasano

Würzburg

Boom um Barbershops in Würzburg – was haltet Ihr davon?

Gerade vergangenes Jahr sind Barbershops in Würzburg wie Pilze aus dem Boden geschossen. Aber woher kommt der Hype? "Ein gepflegtes Äußeres ist nicht nur für Frauen essenziell, auch Männer entwickeln einen immer höheren Schönheitsanspruch. Männer sind insgesamt modebewusster geworden und das schließt auch die Pflege des Barts mit ein", sagt Louisa Braune vom Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks.

"Männer achten einfach mehr auf sich", weiß auch Ernest Burd. Er betreibt seit Februar 2018 gemeinsam mit seiner Frau einen Barbershop in der Würzburger Textorstraße.

Barber-Shop
Hier geht es dem Bart, der Kopfbehaarung, den Nasen- und Ohrenhaaren wie auch den Augenbrauen an den Kragen. Foto: Patty Varasano

Was ist ein Barbier?

Ein Barbier ist nicht mehr und nicht weniger als ein spezialisierter Herrenfriseur, auch eine gesonderte Ausbildung gibt es in Deutschland nicht. Er steht seinen Kunden beratend zur Seite, wenn es männliche (Bart-)Haare zu bändigen gibt - und wenn nötig, hilft er auch mit einem Glas Whiskey aus. Primär geht es um Stil, Pflege und eine schicke Frisur. Doch hier geht es nicht nur der Kopfbehaarung an den Kragen.

Der gepflegte Mann von heute lässt sich nicht nur den Bart stutzen und die Haare schneiden, auch die Gesichts-, Nasen- und Ohrhaare sowie die Haut dürfen nicht vernachlässigt werden. Die Ohrhaare werden in Burd's Barbershop mit einem haushaltsüblichen Feuerzeug weg gebrannt. Für die Nasenhaare werden Stäbchen mit Watte in ein spezielles Wachs getaucht und in die Nasenlöcher gesteckt. Die Augenbrauen werden mittels Fadentechnik entfernt.

Barber-Shop
Nasenhaare entfernen? Kein Problem! Foto: Patty Varasano

Den ersten Würzburger Barbershop findest Du in der Zellerau

Noch etwas breiter gefächert ist Omar's Beautysalon in der Zellerau. Wie der Name allerdings schon verrät, konzentriert sich Inhaber Mohammed Kamalsaleh nicht nur auf den Bartwuchs männlicher Kunden, sondern auch auf die Wünsche von Frauen. Omar, so lautet sein Spitzname, erklärt sich den Trend zum Barbier zu gehen ganz einfach: "Barttragen ist momentan einfach angesagt." Der gelernte Friseur kommt aus dem Nordirak, hat dort das Friseurhandwerk gelernt. 2015 hat er seinen Salon in Würzburg eröffnet und war somit der erste Barbershop der Stadt. Kommt man an seinem Salon in der Frankfurter Straße vorbei, stehen die Menschen oft bis auf die Straße.

Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Das mag auch an folgendem Fakt liegen: Der Barbier ist mehr als nur ein Friseur. Er ist auch ein Seelentröster, ein Psychologe, der sich die Probleme seiner Kunden anhört. Es wird über Sport geredet, die letzten Partys und natürlich Frauen. Je nach Kunde sei das jedoch unterschiedlich, erzählt Burd. "Manche wollen auch gar nicht reden oder schauen nur aufs Handy, da weiß der Barbier dann natürlich schnell was Sache ist."

Wer dann doch sein Herz ausschüttet, der bekommt auch mal ein Glas Whiskey. Das hilft dann zwar weniger der Frisur, aber der Seele.

Du möchtest mehr von mainDing.de sehen? Dann folge uns fix auf Facebook, Snapchat oder Instagram!