Der Stoff wird unter anderem aus einem Material hergestellt, der herausgefischten Ozeanmüll beinhaltet. Foto: P.A.C. GmbH

Schweinfurt

Diese Schweinfurter Firma macht aus Ozeanmüll neue Textilien

Vor sieben Jahren startete das Schweinfurter Unternehmen P.A.C. als Zwei-Mann-Betrieb mit der Herstellung von Multifunktionstüchern. Heute sind daraus über 80 Arbeitsplätze in Deutschland und Italien gewachsen, die nicht einfach nur an neuen Sport-Accessoires arbeiten, sondern für die Nachhaltigkeit ein riesiges Thema ist.

Denn die Unternehmensphilosophie verpflichte P.A.C. zu einer umweltschonenden Produktion in Deutschland und zur Stromerzeugung durch die Photovoltaikanlage auf dem Dach und das Blockheizkraftwerk im Untergeschoss – das sagt Jana Kerkhoff, Marketingmanagerin des Schweinfurter Texitlherstellers.

Wolle ist bei P.A.C. nicht gleich Wolle

Umweltschonend und auf das Tierwohl bedacht gehe die Firma bei der Herstellung von Produkten aus Merinowolle vor, so Kerkhoff. Ein Grund, weshalb P.A.C. von den Lieferanten Achtsamkeit einfordert und nicht jede Wolle verarbeitet: Beim sogenannten "Mulesing" wird Schafen - meist ohne Betäubung - die Haut rund um den Schwanz entfernt, um einen Befall mit Fliegenmaden zu verhindern. Gebräuchlich ist das Verfahren etwa in Australien und Neuseeland. Die Wolle solcher Tiere komme nicht auf die Tische der P.A.C. GmbH, sagt Kerkhoff. Man kaufe nur "Mulesing-freie Premium-Merinowolle".

P.A.C aus Schweinfurt stellt unter anderem Multifunktionstücher her. Foto: P.A.C.

P.A.C., 2012 vom damals 23-jährigen Lukas Weimann gegründet, will zeigen, wie man nachhaltig profitabel in Deutschland produzieren könne, so Kerkhoff. Und weil das Recycling von Polyethylenterephthalat (PET) nicht alles sein dürfe, arbeitet das Unternehmen mit der europäischen Organisation Seaqual zusammen.

Meeresplastik wird zu Garn gesponnen

Die holt Plastikmüll aus dem Mittelmeer. 1500 Fischer hat Seaqual zusammengebracht, die auf 400 Schiffen täglich Müll aus den Fischernetzen ziehen und trennen, was im Mittelmeer entsorgt wurde. Das Meeresplastik wird anschließend gereinigt, zu Granulat verarbeitet und zu Garn gesponnen. Und dieser Plastikgarn fließt wiederum in die Produktion von Multifunktonstüchern, Stirnbändern und Kopfbedeckungen.

Verkauft wird die Produktion von P.A.C. über diverse Sportfachgeschäfte. Die Strickmaschinen stehen auf der Schwäbischen Alb. Bedruckt und verpackt werden die Textilien allerdings in der Heimat: in Schweinfurt.

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