Meermann Christian Riel aus Unterfranken Foto: Chris Weiss

Würzburg

Unterfrankens einziger Meermann: Dieser Job ist krasser, als Ihr denkt!

Christian Riel ist 25 Jahre alt, lebt in Prichsenstadt (Lkr. Kitzingen) und ist Deutschlands einziger beruflicher Meermann. Das heißt: Er verdient einen Teil seines Lebenunterhalts damit, in einer schillernden Flosse aus Silikon herumzuschwimmen. Und das tut Chris Riel (hier auf Instagram zu finden) noch gar nicht allzu lange. Erst im September 2017 entschloss sich der angehende Grundschullehrer, 1.500 Dollar in ein 30 Kilogramm schweres Kautschuk-Ungetüm zu investieren. Mit Erfolg. Heute ist er weltweit gebucht und gibt für zahlende Kunden die Arielle. Wir sind mit dem Unterfranken ins Becken gesprungen.

Frage: Chris, warum ist es Deine Leidenschaft, ein Meermann zu sein?

Antwort: Tatsächlich hatte ich schon als Kind Interesse am Meer gefunden. Ich fand schon immer Fisch und Delfine toll und war immer zu Besuch im Aquarium mit meinen Eltern. Da ein Teil meiner Familie in Florida lebt, war ich auch immer am Meer und dann hat alles auch irgendwann mit Walt Disneys „Die kleine Meerjungfrau“ angefangen.

Frage: Wie bist Du zu Deiner ersten Meermann-Flosse gekommen?

Antwort: Ich war in Florida unterwegs und habe einen Shop gesehen, in dem man die Flossen kaufen kann. Dann bin ich vorbeigefahren, habe mir das angeguckt und wurde direkt angesprochen, dass ich von meinem Gesicht her damit auch Werbung machen könnte. Dann habe ich das ausprobiert.

Fotoserie

Im Becken mit Meermann Chris

Frage: Wie viel Flossen hast Du denn heute?

Antwort: Fünf Flossen und die sechste wird gerade angefertigt. Dazu kommen noch vier Stück aus Stoff.

Frage: Gibt es eine Lieblingsflosse?

Antwort: Meine Erste! Das ist eine Goldene, die aber mittlerweile leider schon ziemlich kaputt ist. Das passiert, wenn man immer wieder auf irgendwelchen Felsen sitzt oder durch die Reisen im Flugzeug. Die ist deshalb gerade in der Reparatur.

Frage: Was hat die erste Flosse denn gekostet?

Antwort: Der Preis lag bei 1500 Dollar.

Frage: Was geht da einem durch den Kopf bei so einer Anschaffung? Das ist ja viel Geld für einen, der noch gar kein Meermann ist!

Antwort: Ich wollte das einfach, auch wenn es viel Geld war. Meine Freunde und meine Eltern hatten gesagt, dass ich das schon immer haben wollte und dann dachte ich: "Ich mache das einfach. Zur Not verkaufe ich das einfach wieder.'

Frage: Heute sieht es anders aus. Du bist mittlerweile gebucht, lebst hier aber auf dem Land. Gibt es einen Vorteil für Dich als Meermann, hier in der Heimat zu leben?

Antwort: Zum privaten Schwimmen ist es hier schon toll, da es ja genügend Flüsse und Bäche gibt. Aber Jobs habe ich hier nicht, da fliege ich meistens in die USA rüber.

Frage: Gibt es Nachteile im Dasein als Meermann?

Antwort: Tatsächlich tut es an den Füßen sehr weh. Nach einer halben Stunde spürt man die Füße nicht mehr. Dann muss man noch viel trainieren, um den Atem zu halten. Ich kann mittlerweile fast vier Minuten die Luft anhalten, musste es aber üben. Einen Tauchschein musste ich auch machen. Und das Chlor brennt in den Augen.

Frage: Was war Dein Highlight in Deiner Geschichte als Auftrags-Meermann?

Antwort: Das war der Werbefilm-Dreh für eine spanische Hotelkette. Das war schon ziemlich cool. Ich wurde abgeholt am Flughafen mit Limousine. Ich dachte mir: ‚Was ist los mit Euch?‘ Kein Mensch kennt mich eigentlich, aber die dachten irgendwie, ich wäre bekannt oder so. Ich durfte da in den schönsten Pools am schönsten Strand mit super Leuten eine Woche lang sein. Das war echt toll.

Frage: Diese Werbung ist mittlerweile ja abgedreht. Wo wird man Dich denn in Kürze sehen?

Antwort: Ich darf nicht ganz so viel sagen. Aber ich werde bald in einer Fernsehwerbung in Singapur und Malaysia zu sehen sein, dann werden wir was am Great Barrier Reef in Australien für ein Ozean-Rettungsunternehmen fotografieren. Außerdem steht ein Musikvideo an.

Frage: Welche Rückmeldungen erhältst Du im Alltag?

Antwort: Die meisten sagen, wenn sie so etwas von jemandem erwartet hätten, dann von mir. Also ich mag schon gerne Sachen ausprobieren und wenn ich Lust auf etwas habe, dann mache ich das auch. Ich denke mir nicht so viel dabei generell.

Frage: Was ist Dein Erlebnis mit Arielle, der kleinen Meerjungfrau?

Antwort: Ich habe sie bei einem Job in Disneyworld kennengelernt. Und dann durfte ich mit ihr zusammen posieren.

Frage: Und der Zeichentrickfilm?

Antwort: Den habe ich mir früher natürlich auch angesehen. Aber nicht nur wegen den Meerjungfrauen, sondern ich fand den Ozean schon immer toll. Ich wollte immer ein Delfin sein als Kind, aber das ist schwieriger, als ein Meermann zu sein. Und das bin ich dann auch geworden.

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