Freibierfestival
In Karbach bei Marktheidenfeld steigt im Juli ein Festival mit gratis Musik und Freibier. Foto: Taveesaksri (iStockphoto)

SCHWEINFURT/MARKTHEIDENFELD

Warum in Main-Spessart ein Freibierfestival steigt

"Sound of Beer" steht über dem Flyer. Darunter die Namen von acht regionalen Bands plus ein DJ. Versprochen wird "100 % Free Music & Free Beer". Um 15 Uhr soll's losgehen am Samstag, 13 Juli, auf dem alten Sportplatz von Karbach bei Marktheidenfeld. Neben Freibier soll es auch "Fressalien" geben.

Was steckt dahinter? Und ist das wirklich alles frei? "Ja", sagt der Schweinfurter Dirk Neubauer, Musiker der Band Deafys. Er und der Nürnberger Künstler Alexander Schäd sind die Veranstalter dieses "Freibierfestivals" im Main-Spessart. Bei den "Fressalien" handelt es sich laut Neubauer um Wienerle im Weck mit oder ohne Senf, die seien auch gratis.

Die "Deafys" sind einer von insgesamt acht Acts, die am 13. Juli auftreten. Foto: Dirk Neubauer

Alles für umme: Musik, Bier und Wurst

Doch es ist nicht der erste Versuch ein solches Festival auf die Beine zu stellen. Im vergangenen Jahr fiel der Startschuss. Da spielte allerdings nur die Band Deafys auf dem alten Karbacher Sportplatz vor vielleicht 50 Besuchern, sagt Neubauer.

Dieses Jahr treten außerdem sieben weitere Gruppen auf: die Melting Batteries, Loome, Hellbound, Split Point, Death by Rhino, Rising Ende, Road Crew – als Einzelkämpfer DJ S-Trix.  Sie liefern die Musik gratis. Acht "vernünftige Musik-Kapellen aus dem Bereich Heavy Grunge, Rock, Metal, Punk und Full Grunge" versprechen die Organisatoren auf der "Sound of Beer"-Facebook-Veranstaltungsseite.

Die Bands kümmern sich ums Bier für die Besucher

Wo aber kommt das Freibier her? Auch von den Musikern, sagt Neubauer. Zusätzlich sozusagen. Jedes Bandmitglied muss zwei Kästen mitbringen. Bei acht Bands mit je fünf Mitgliedern und einem DJ wären das 82 Kästen Bier – mehr als 1600 Flaschen. Das sollte reichen für 200 bis 300 Besucher, mit denen der Veranstalter rechnet.

Aber: Wie rechnet sich das Festival für den Veranstalter und die Musiker? Leben die von der Freude am Spielen plus Drauflegen? Genau genommen ist es so.    

Deshalb wird das Musikfestival organisiert

Die "Melting Batteries" haben sich angesagt. Foto: Dirk Neubauer

Laut Neubauer, von Beruf Ingenieur, "nimmt die Livemusik-Kultur immer mehr ab". "Heute haben die Leute die Wahl aus einem riesigen Unterhaltungsangebot zwischen Kino, Netflix, Fernsehen, Youtube, alles gleichzeitig und alles konkurriert miteinander", sagt der 27-Jährige. Da müsse man etwas bieten, um Leute zu einem Live-Konzert mit regionalen Musikgruppen zu locken. "Pay to play"-Angebot nennt er das: Musiker zahlen (fürs Freibier), damit sie vor Publikum spielen dürfen.

"Für uns ist das ein Hobby", so Neubauer, die Veranstaltung sei nicht kommerziell. Seine Hoffnung liegt gleichwohl auf einer Spendenbox, in die Besucher freiwillig etwas reinstecken können. Der Schweinfurter hofft "auf so viele Spenden, dass wir uns für nächstes Jahr eine Bühne mieten können mit Livemischer und Stagehand".

Bühne aus Paletten und Teppichen

Für das "Sound of Beer" am 13. Juli wird die Bühne noch selbst gebastelt aus Paletten, Teppich drüber – fertig. Als Dach dient den Musikern ein schlichter Pavillon. Reinregen sollte es nicht in die Anlage, falls es von oben feucht wird. "Bei den Spenden sind wir voll auf den Goodwill der Gäste angewiesen." 

Bei schlechtem Wetter wird das Festival gecancelt

Die Platzmiete sei gering und getrennte Toiletten im Haus des Motorradclubs "Gladiators" vorhanden, so Neubauer. Und: Weil es das Bier nur in Flaschen gibt, seien kaum Schankauflagen zu beachten. "Wir müssen aber kontrollieren, dass kein Bier an unter 18-Jährige ausgegeben wird." Werbekosten entstehen kaum, die Veranstalter geben den Event nur über eine Facebook-Seite bekannt. "Es sollen ja keine 1000 Leute kommen, das wäre nicht zu handeln", sagt Neubauer.

S-Trix (Tim Wangerin) aus Erlenbach tritt bei der Aftershowparty auf. Foto: Günther Wangerin

Dennoch gibt es für das Freibierfestival - Open Air auf dem Karbacher Sportplatz - ein paar ernst zu nehmende Unwägbarkeiten. Bei schlechtem Wetter wird das Festival wohl ausfallen. Auch weiß niemand, wie viele Fans bei gutem Wetter angelockt werden. "Wenn es zu viele werden, müssen wir abbrechen", sagt der Schweinfurter Veranstalter. Doch mit beidem rechnet er lieber nicht.

Campen auf dem Sportplatz

Nachmittags um 15 Uhr soll das erste "Sound of Beer"-Festival beginnen und bis etwa Mitternacht dauern: Musik, Bier, "Fressalien" frei. Und wenn Ihr abends nicht mehr heimfahren wollt oder könnt, dürft Ihr Eure Zelte mitbringen und auf dem Sportplatz campen.

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