Einzelhändler Martin Rummel wehrt sich gegen die Planungsunsicherheit, die die Pandemie nach wie vor mit sich bringt. Ein Rebell möchte er aber nicht sein. Foto: Martin Rummel (Selfie)

Lauf an der Pegnitz

Fränkischer Sporthändler sperrt Laden auf, obwohl er nicht darf

Erst durfte er sein Geschäft wieder regulär öffnen, dann griff in Lauf an der Pegnitz bei Nürnberg die Corona-Notbremse. Weil der Inzidenzwert drei Tage am Stück über 100 lag, gab es im Nürnberger Land erneut nur das Prinzip „Click&Collect“ für den Einzelhandel. Wer bestellt, darf abholen.

Aktion sei "völlig verantwortungsvoll", da alle Hygieneregeln eingehalten würden

Kein gallisches Dorf, sondern ein Einzelhändler aus Lauf wehrte sich gegen diese Regelung. Auf Facebook kündigte Inhaber Martin Rummel an: „Wir machen da nicht mit. Wir bleiben offen." Denn durch eine Terminvergabe und die geringe Kundenanzahl im Geschäft sei es möglich, ein möglichst sicheres Shoppen zu gewährleisten. Aus seiner Sicht ist das „völlig verantwortungsvoll“. Die Aktion erhielt laut seinen Angaben eine Menge Zuspruch. Ein Rebell möchte Rummel trotzdem nicht sein.

Denn am Sicherheitskonzept und den Hygienemaßnahmen habe sich durch die erhöhte Inzidenz nichts verändert. „Wir hatten zwei, maximal drei Leute im Laden. Alles nur mit Termin und Maske. So, wie es die letzten zwei Wochen davor auch gelaufen ist.“ Leid sei er die Ungewissheit, denn beim Auf und Zu im „Auf und Ab“ gäbe es keinerlei Planungssicherheit. "Wenn ich weiß, ich darf nur drei Leute reinlassen, kann ich mich daran orientieren. Wenn ich aber nicht weiß, was der Tag bringt und ich immer auf die Inzidenz achten muss, dann fordert uns das eine Flexibilität ab, die wir ohnehin schon ständig liefern müssen, die aber sehr kraftraubend ist."

Der Bergsport-Verkäufer sehe eine „riesige Spaltung in der Gesellschaft“, sagt er gegenüber der Nachrichtenplattform inFranken. Die Situation sei für Viele einfach zu viel, daher wolle er ein Signal senden, nicht noch weitere Mauern aufzubauen.

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Inhaber nimmt Bußgeld in Kauf: "Ich habe noch die Mittel"

Die Idee zur Öffnung trotz Inzidenzwerten über 100 gehe "auf seine Kappe". Zwar arbeite er in einem sehr kollegialen Team, bei dem die Mitarbeiter große Entscheidungsgewalt hätten, in dem Fall "unterstützen die das zwar, sind verantwortungsmäßig aber nicht eingebunden worden."

Das Risiko, ein Bußgeld zu kassieren, geht Rummel mit der Aktion ein. Denn seiner Branche gehe es – im Gegensatz zu vielen anderen – ganz gut. „Ich habe noch die Mittel“, sagt Rummel. „Andere stehen da wie gelähmt.“

Auf Facebook kündigte Martin Rummel ausführlich an, warum er trotz entsprechender gesetzlicher Regelung dennoch seinen Laden öffnet:

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