Nach einer Tanzvideo-Challenge geht es im Nachhinein um Musikrechte. Nicht alle hatten sie, wie die Senioreneinrichtungen im Landkreis Würzburg, zuvor erworben. Foto: Screenshot Facebook (Senioreneinrichtungen des Landkreises Würzburg)

Würzburg

Jerusalema Challenge: Droht Einsatzkräften in Unterfranken rechtlicher Ärger?

Ablenkung in Corona-Zeiten ist vor allem für die willkommen, die an vorderster Front der Krise arbeiten: Rettungskräfte, Polizist*innen, Pfleger*innen, Ärzt*innen. Die Jerusalema-Challenge sollte Ende letzten Jahres genau das bieten.

Zum bis dahin noch relativ unbekannten Track „Jerusalema“ von Master KG tanzten tausende systemrelevante Arbeiter*innen auf der Welt. Die Videos wurden hunderttausendfach in sozialen Netzwerken veröffentlicht und geteilt.

Harmloser Spaß auf Facebook, Instagram und TikTok könnte teuer werden

Auch Pflegekräfte aus dem Raum Unterfranken waren dabei. Ein Video ist beispielsweise von Mitarbeiter*innen der Senioreneinrichtungen des Landkreises Würzburg zu finden. Oder auch in weiß gekleidetes Medizinpersonal der Helios Kliniken in Volkach wippte im Takt mit. Der harmlose Spaß könnte für viele Beteiligten der Challenge teuer werden. Denn während beispielsweise die Senioreneinrichtungen des Landkreises Würzburg die Musikrechte an "Jerusalema" vollumfänglich erworben hatten, betrifft das nicht alle beteiligten Organisationen. Deshalb klagt „Warner Music“ klagt laut Medienberichten jetzt wegen verletzter Urheberrechte. 

Laut einem Bericht des Westdeutschen Rundfunks hält das globale Musiklabel „Warner“ die Rechte am Song und möchte nachträglich Geld für dessen Verwendung. In einigen Fällen geht es um Summen zwischen 3.000 und 4.000 Euro, ist auf nordbayern.de zu lesen. Rechtlich ist das sauber, denn Musik darf nicht einfach so verwendet werden. 

Ist das Video erst auf dem Tisch der Anwält*innen, reicht eine einfache Löschung meist nicht aus

Aufgrund der drohenden Abmahnwelle haben erste teilnehmende Organisationen im Raum Franken laut Bericht der Nürnberger Zeitung bereits ihre Videos gelöscht. Ob das reicht, ist noch unklar. Denn keiner weiß, wie viele der Videos bereits anwaltlich erfasst wurden. Sind die Videos erst  nachgewiesenermaßen bei den Anwälten, reicht laut Urheberrecht in den meisten Fällen eine Löschung nicht aus. Ob das die Videos der tanzenden Unterfranken*Unterfränkinnen betrifft, bleibt freilich spekulativ.

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