Beatmungsgerät
Nicht selten kommt bei langwierigen Covid-19-Erkrankungen ein Beatmungsgerät zum Einsatz. (Symbolbild) Foto: Robert Michael (dpa-Zentralbild)

Würzburg

Long-Covid: Betroffene aus Unterfranken fühlt sich oft wie besoffen

Leben mit Corona gehört für uns alle zum Alltag. Mit einer schweren Covid-19-Erkrankung haben dennoch nur wenige Menschen Erfahrung. Zwei Betroffene aus der Region erzählen, was die langwierige Erkrankung mit ihnen gemacht hat.

Michaela M., 37 Jahre alt, über ihre Covid-19-Erkrankung:

"Mich erwischte es ganz am Anfang der Pandemie, noch vor dem ersten Lockdown im März 2020. Fast drei Wochen ging es mit richtig schlecht, so krank war ich noch nie. Da ich kein Fieber hatte, wurde ich zunächst nicht getestet. Erst als ich den Geschmacks- und Geruchssinn verlor. Es war Covid-19, doch ich erholte mich wieder und organisierte sogar den Umzug meiner Familie und half beim Renovieren der neuen Wohnung in Kitzingen.

Nach dem Umzug im Herbst 2020 kam der Rückschlag. Seitdem quälen mich immer neue Beschwerden, die ich anfangs gar nicht mit der Corona-Erkrankung in Verbindung gebracht hatte. Gelenk- und Muskelschmerzen, Schwäche, extreme Vergesslichkeit. Viele Arztbesuche und einige Fehldiagnosen später wurde klar: Es ist Long-Covid.

Ich fühle mich oft wie besoffen, teilweise fällt sogar das Sprechen schwer. Im Moment kann ich nicht mal eine Wasserflasche aufmachen, ohne dass ich komplett zerstört bin. Vor allem die Schlaflosigkeit setzt mir zu. Obwohl hundemüde, kann ich nicht einschlafen, weil mein Herz bis zu den Ohren schlägt."

Christina B., 34 Jahre alt, über ihre Covid-19-Erkrankung:

"Als Krankenschwester habe ich mich in einer Würzburger Klinik trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Anfang Januar bei einem Patienten angesteckt. Obwohl ich immer sportlich und schlank war, erwischte mich ein schwerer Verlauf mit Fieber, Gliederschmerzen und ständiger Übelkeit. Hinzu kamen Herzrythmusstörungen und massive Atemprobleme, so dass ich schließlich für einige Untersuchungen selbst ins Krankenhaus musste. Bis heute bin ich arbeitsunfähig. Vor allem die Atemnot macht mir zu schaffen. Hinzu kommen Konzentrationsschwächen, Vergesslichkeit und Niedergeschlagenheit. Mir fehlt einfach die Power. Ich bin nur noch ein halber Mensch.

Beunruhigend finde ich vor allem, dass kein Arzt mir sagen kann, ob es besser oder sogar noch schlimmer werden kann. Im Moment geht mir schon auf der Treppe zu meiner Wohnung im zweiten Stock die Puste aus. Obwohl ich als Mountainbikerin mich auch mit Inlineskates, Nordic-Walking und Schwimmen fit gehalten hatte und über eine sehr gute Kondition verfügte. Jetzt aber schießt mein Puls schon bei kleinsten Anstrengungen auf 160."

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