Wohnen in Würzburg
Wohnhäuser in der Würzburger Innenstadt (Symbolbild) Foto: Daniel Peter (www.danielpeter.net)

Würzburg

Reiseverbot ausgenutzt: Vermieterin aus Würzburg vermietet Wohnung doppelt

Ein fremder Mann haust während des Urlaubs in der eigenen Wohnung. Dies ist nun einer jungen Studentin in Würzburg geschehen. Was die Vermieterin mit der Sache zu tun hat.

Stellt euch vor, ihr steckt während des Corona-Reiseverbots in eurer alten Heimat fest und als ihr zurück in eure Wohnung kommt, stimmt was nicht. Geschirr steht mit Essenresten in der Wohnung, eine benutzte Zahnbürste liegt im Bad und an der Klobürste hängt fremder Dreck.

So ging es einer koreanischen Studenten, die nach drei Monaten zurück nach Deutschland durfte. Als sie ihre Wohnung betrat, waren Möbel verrückt, unsauberes Geschirr verteilt und Gegenstände verschwunden. Ihre Vermieterin, eine angesehene Würzburger Immobilienbesitzerin, hatte den Corona-Lockdown offenbar dazu genutzt, um die Zweizimmerwohnung doppelt zu vermieten.

Vermieterin wollte wissen, ob die Studentin im Ausland feststecke

Der Würzburger Anwalt Chan-jo Jun bearbeitet nun diesen Fall. "Die Vermieterin ging vermutlich davon aus, dass sie die Zwischenmiete so diskret abwickeln könnte, dass ihre Hauptmieterin es nicht merken würde. Sie wollte immer genau über Reisepläne informiert sein", sagt Jun. Deshalb hat sie wohl auch nicht damit gerechnet, dass die Mieterin zurückkehrt, ohne ihre Vermieterin zu informieren. "Ich war sprachlos und sauer zugleich", erinnert sich die Studentin. Sie meldete sich bei der Polizei. Die Vermieterin dementierte den Vorfall.

Der zensierte Whatsapp-Screenshot zwischen Vermieterin und Mieterin. Foto: Screenshot Whatsapp

Würzburger Vermieterin bot 200 Euro Entschädigung

"Sie stand als durchgeknallte Lügnerin da", weiß Anwalt Jun. Erst nachdem die Nachbarn den über Wochen laut zu hörenden Zwischenmieter beschrieben und sich ein ehemaliger Polizist, der der Studentin Glauben geschenkt hatte, eingeschaltet hätten, habe F. ihre Lüge eingeräumt. Sie habe zugegeben, die Wohnung an einen Dritten vermietet zu haben. Anfangs behauptete sie noch, das sei für ein paar Tage gewesen, später wurden zwei Wochen daraus.

In einem Brief an die Studentin habe die Vermieterin ihr als Entschädigung angeboten, gemeinsam die Wohnung zu putzen. Für die entwendeten Kosmetika und Parfums habe sie ihr einen 200 Euro-Schein in die Hand gedrückt. Die Studentin schaltete dennoch den Anwalt ein. Die Vermieterin äußerte sich bis dato nicht zu dem Vorfall.

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