Odeon
In welcher Form können das Odeon und die anderen Würzburger Clubs im Oktober wieder öffnen? Die Betreiber:innen wissen es selbst nicht genau. Foto: Silvia Gralla

Würzburg

Würzburger Clubs öffnen im Oktober: Zu viele Fragen noch unbeantwortet

Während Bayerns Ministerpräsident Markus Söder eine „neue Form der Freiheit“ ankündigte, ist auf Seiten der Würzburger Clubbetreiber:innen unklar, wie das genau aussehen soll. Denn was genau ab Anfang Oktober in Clubs und Diskotheken möglich ist, ist nicht genau geplant.

„Wir bekommen eine Info hingerotzt, dass wir am 1. Oktober öffnen dürfen, aber dafür gibt es noch keinen Plan", ärgert sich beispielsweise Nik Zimmermann vom Boot in der Veitshöchheimer Straße. Nicht mal er als Mitglied beim Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) wisse, welche Regeln im Oktober genau gelten werden. Alles andere sei ein Überraschungspaket, das auf ihn und seinen Club zukomme.

Auch bei Frank Knüpfing, der die beiden Würzburger Clubs Odeon und Airport betreibt, gibt es eine Menge Fragezeichen. Sei es die Maskenpflicht im Inneren, 2G oder 3G-Regel oder was genau die Ampelregel vorhersagt. „Wir bereiten uns auf die Öffnung vor, doch zwischenzeitlich kann noch viel passieren", sagt er im Interview. Vor allem sucht er noch Personal, um seine großen Wiedereröffnungspartys und den regulären Betrieb zu stimmen.

Partytourismus als Nachteil für fränkische Clubs

Auch ist Knüpfing der Föderalismus der unterschiedlichen Regeln in den Bundesländern ein Dorn im Auge. Er freue sich zwar für seine Kolleg:innen in Hessen oder Baden-Württemberg, verliert aber Gäste, die Partytourismus in andere Bundesländer betreiben.

Andreas Eder vom Zauberberg in Würzburg. Foto: Silvia Gralla

Andreas Eder, der Mann hinter dem Zauberberg, schließt sich der Sorge an. Für ihn sind Cluböffnungen in unmittelbarer Umgebung ein Nachteil. Im Corona-Regelwust hat auch er den Überblick verloren. Für seine ersten Partys möchte der Zauberberg nach der 2G-Regel vorgehen, also nur Geimpften und Genesenen den Zugang erlauben, teilte der Club auf Facebook mit.

Personalsuche ist problematisch

Nicht nur das Airport, auch fast alle weiteren Clubs in Würzburg suchen dringend Personal. So gingen dem Zauberberg von etwa 40 Mitarbeiter:innen vor der Krise die Hälfte verloren. Das stellt auch Marius Mensch vom Labyrinth vor. Bei ihm ist es aber – wie auf dem Boot von Nik Zimmermann – etwas entspannter: „Viele Mitarbeitende sind wieder mit dabei, einige sind jedoch raus, weil sie mit dem Studium fertig sind."

Neben der Verunsicherung über Fragen wie Auslastung, Maskenpflicht, 2G oder 3G wird es auch die Nervosität sein, die mit der Wiedereröffnung kommt. Marius Mensch fasst so zusammen: „Man hat das einfach ewig nicht mehr gemacht, die Abläufe sind nicht mehr selbstverständlich, es gibt noch viel vorzubereiten.“

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