Ekel Gesichtsausdruck
Ekelalarm bei der Deutschen Bahn und Flixtrain mit überraschendem Ergebnis. Foto: master1305

EKELALARM

Darum solltest du eine Zugfahrt lieber auf dem Klo verbringen

Viele Menschen denken, dass die Toilette mit Abstand der ekelhafteste Raum in einem Zug ist. Aber schon bevor der Fahrgast das stille Örtchen überhaupt betreten kann, lauern zahlreiche Keime auf der Türklinke. Ist er dann im Ort des Verderbens angekommen, erwarten ihn benutzte Klopapierreste am Boden und Urinspritzer auf oder meterweit neben der Klobrille. Wer nun glaubt, dass das Ekelbarometer nicht noch weiter nach oben steigen kann, liegt falsch: Die Zugtoilette ist bei Weitem nicht das unhygienischste Plätzchen im ganzen Waggon.

Proben zeigen: Am stärksten verkeimt sind Sitz und Kopfstütze

Petrischale Bakterien Keime
Zahlreiche Keime lauern auf den Sitzen und Kopfstützen im Zug. Foto: Swish Photography

 

Das Online-Magazin "Travelbook" nahm stichprobenartig insgesamt 20 Proben in jeweils einem Fernverkehrszug der Deutschen Bahn und Flixtrain. Im Nachhinein wurde analysiert, wie viele Bakterien im Allgemeinen an dem jeweiligen Ort zu finden waren.

Von allen auf Keime untersuchten Stellen wurden zwei als besonders stark belastet getestet: die Kopfstütze und der Sitz. Überraschend war, dass in drei von vier Fällen der Sitz stärker belastet war als die Türklinke der Zugtoilette.

Überraschendes Ergebnis: Toiletten-Türklinke ist sauberer als gedacht

Bei der Toiletten-Türklinke bewegten sich die gemessenen Werte laut Travelbook zwischen 40 und 320 KBE. Dabei bezeichnet KBE die koloniebildende Einheit. Diese Kennzahl beschreibt, wie viele Mirkoorganismen - also Pilze oder Bakterien - in einer Flüssigkeit vorkommen und sich vermehren.

Der Mikrobiologe Michael Kaldorf nennt als Vergleich eine Studie aus dem Jahr 2002. Darin wurde die Hygiene öffentlicher Toilettenanlagen auf Keime untersucht. Das Ergebnis: Bei circa 20 Prozent der Proben wurden eine Bakterienkonzentration von mehr als 1000 KBE nachgewiesen. Die verpöhnten stillen Örtchen der Deutschen Bahn und Flixtrain schneiden hier also gar nicht mal so schlecht ab.

Was ist denn nun das kleinere Übel?

Wie man es dreht und wendet, zurück bleibt nun die Frage: Wie übersteht man die nächste Zugfahrt möglichst keimfrei?

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