HILFE! Bei diesem Liebeslied über Würzburg bluten garantiert Eure Ohren
Andreas Kohlmann besingt seine Heimatstadt Würzburg. Foto: Screenshot Youtube (Andreas Kohlmann)

Würzburg

HILFE! Bei diesem Liebeslied über Würzburg bluten garantiert Eure Ohren

Wenn die Kirchturmspitzen blitzen, dann hat er es geschafft. Andreas Kohlmann ist in Eurem Kopf. Der musikalische Verbrecher aus Würzburg huldigt auf Youtube mit einem Mitte April 2019 veröffentlichten Video seiner Heimatstadt. Klar, da darf der Schoppen in der Hand auf der Alten Mainbrücke nicht fehlen. Ach, wie lieb ich es, meiiiii Würzburg am Mee.

Statt einem musikalisch tiefroten vollmundigen griechischen Wein (frei nach Costa Cordalis), serviert Euch Kohlmann aber nur dünnsuppigen, fränkischen Aufguss. Was auf der Zunge vielleicht schon nicht schmecken würde, hinterlässt den Ohren allerdings nur die Botschaft, bitte schnellstmöglich den Dienst zu versagen.

„Mein Würzburg“ ist leider behäbig heimelig, dünn und platt

Der Grund: So ziemlich alles an „Mein Würzburg“ kann in Frage gestellt werden. Mit alpentümlichem Blechgeblase starten die knapp drei Minuten, die Euer Leben sicherlich verändern werden. Ob zum Positiven bleibt zu bezweifeln. Denn Andreas Kohlmann, der durchaus richtig sympatisch wirkt, ist eben eines nicht: ein Musiker. Die Stimme ist ein bisschen zu dünn, die Musik ist ein wenig zu behäbig volkstümlich (verstaubt!) und der Text trieft vor platten Formulierungen. Noch ist das eine Behauptung, ja. Aber die kann man ja belegen, wie ihr jetzt hören und gleich noch lesen könnt.

„Mein Würzburg“ (Lyrics / Text):

Wenn ich also mal am Feierabend oben am Käppele steh',
und ich guck von oben runter auf die Brücken und den Mee,
und die Kirchturmspitzen blitzen und die Festung über´m Tal,
und die Wengert leuchten golden in dem letzten Sonnenstrahl,
ja dann weiß ich, unser Herrgott der hat‘s gut mit uns gemeint,
wenn die Sonne so schön auf unsere schöne Stadt herunter scheint.

Mei Würzburg, mei Würzburg am Mee,
es gibt keine schönere Stadt, wohin ich auch geh‘,
Du bist mir die Liebste, wenn ich Dich so seh‘,
mei Würzburg, mei Würzburg am Mee.

Und am Abend sitz' ich dann mit einem Schoppen in der Hand,
Bei der Alten Meebrücken drunten mit den Freunden beieinand,
und wir reden über alles, über Gott und die Welt,
und wie gut wir es hier haben und wie sehr es uns gefällt.

Und wir wissen unser Herrgott der hat´s gut mit uns gemeint,
wenn im Glas der Wein so golden wie die schönste Sonne scheint.

Mei Würzburg, mei Würzburg am Mee,
es gibt keine schön're Stadt, wohin ich auch geh',
Du bist mir die Liebste, wenn ich Dich so seh',
mei Würzburg, mei Würzburg am Mee.

Was wissen wir nach diesen paar Zeilen über Andreas Kohlmann? Gläubig, liebt die Worte „und“ und „schön“, hat es mit der Sonne und mit sämtlichen Standard-Sehenswürdigkeiten der Stadt Würzburg. Wobei: Wo ist eigentlich die Residenz abgeblieben?

So fein und lustig Andreas Kohlmann menschlich wirkt – der Song „Mein Würzburg“ ist unserer tatsächlich wundervollen Heimatstadt nicht würdig. Nicht mal nach zehn Schoppen. Daran ändern auch 49 Youtube-Daumen nach oben leider nichts. (Kommentar)

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