Blutspende
Foto: Ivana Biscan

Würzburg

Wo bekomme ich in Würzburg Geld fürs Blutspenden?

Das Bezahlen von Blutspenden ist gesetzlich verboten. Und dennoch gibt es in Würzburg - wie im Rest der Republik - für den Lebenssaft teilweise Geld. Wie ist das möglich? In der Würzburger Facebookgruppe Fair-Teiler wird darüber spekuliert, wir beantworten die Fragen.

Das Schlupfloch findet sich in Paragraph 20 des deutschen Transfusionsgesetzes, der gleichzeitig auch das Verbot regelt. Hier heißt es:

„Der spendenden Person kann eine Aufwandsentschädigung gewährt werden, die sich an dem unmittelbaren Aufwand je nach Spendeart orientieren soll.“

Dieser Aufwand wird mit der Zeit der Spende und Faktoren wie Anreise oder Parkgebühren pauschal berechnet. In Würzburg zahlen das Uniklinikum und das Blutplasmazentrum eine solche Aufwandsentschädigung. Das Bayerische Rote Kreuz belohnt Spender klassisch mit einer Brotzeit, also unentgeltlich.

Uniklinikum Würzburg:

  • Trombozytenkonzentrat = 50 Euro (um die zwei Stunden Aufwand, je nach Andrang)
  • Vollblutspende = 20 Euro (rund eine Stunde bis eineinhalb Stunden, besser Termin vereinbaren)
  • Keine Plasmaspenden derzeit

Plasmazentrum Würzburg: 

  • Plasmaspende = bis zu 20 Euro

Ein lukrativen Anreiz zur Spende dürfen diese Entgelte allerdings nicht sein. Daher bekommen Erstspender im Uniklinikum beispielsweise auch kein Geld. Für Professor Markus Böck vom Universitätsklinikum Würzburg ist das ein ganz wichtiger Punkt. „Ich wünsche mir, dass den Spendern der Aufwand erstattet wird, dass sie keinen Nachteil durch die Spende haben.“ Darüber hinaus soll es aber nicht zur Verdienstmöglichkeit werden. Auch Patric Nohe unterstützt diesen Wunsch: „Pro Spende bekommt man in erster Linie das Gefühl, seinen Mitmenschen den größten Wunsch nach Leben erfüllt zu haben.“ Mit Geld habe das nichts zu tun.

Ich bekomme also 20 Euro, was bekommt die Uniklinik?

Auch die Erlöse für den Liter Blut spielen an der Uniklinik und im Plasmazentrum eine geringere Rolle. „Wir verkaufen das Blut ja nicht, wir verwenden das Blut für unsere Patienten. Wir verkaufen nur im Notfall, wenn ein anderes Krankenhaus eine Spezialkonserve braucht“, sagt Böck auf die Frage, wie viel Geld denn eigentlich für eine Blutspende an das Uniklinikum fließe. Auch die Blutspendedienste des Deutschen und des Bayerischen Roten Kreuzes (DRK und BRK) arbeiten gemeinnützig und geben das Blut zum Selbstkostenpreis ab. Konkret wird Patric Nohe beim Preis aber nicht, da er je nach Personalkosten, Produktmerkmalen und Region varriiere. 

Wie oft darf ich Blut abzapfen lassen?

Auch zur Anzahl, wie oft eine solche Aufwandsentschädigung in die eigene Kasse fließen kann, gibt es gesetzliche Vorgaben. Eine Vollblutspende sollte nur alle drei Monate erfolgen. Männer maximal alle acht Wochen, Frauen menstruationsbedingt alle zwölf Wochen. Beim Blutplasma ist es etwas öfter: „Maximal sind gesetzlich bis zu 60 Plasmaspenden innerhalb von zwölf Monaten möglich. In Bayern liegt die durchschnittliche Spendefrequenz bei rund zehn Spenden pro Jahr“, weiß Nohe.

Diese Spenden werden in der Regel auch nur bei einem Dienst abgegeben. „Der Spender soll nicht wechseln. Wenn der heute Nachmittag zu mir geht und am nächsten Tag zum BRK und dann zum privaten und erzählt nichts, dann ist das weder für den Spender gut, noch für das Produkt. Es gibt da keine gesetzliche Vorschrift, aber man sollte bei einem Dienst bleiben. Da sind sich alle Transfusionsmediziner einig“, warnt Markus Böck.

Essentiell ist bei allen Regularien am Ende nur eines: dass überhaupt gespendet wird. Wo und in welcher Frequenz das dann geschieht, bleibt letztendlich jedem Spender selbst überlassen.

Du möchtest mehr von mainDing.de sehen? Dann folge uns fix auf Facebook, Snapchat oder Instagram!