Müllsammeln am Stein
Jorina hat mit ihren zwölf Jahren ein so ausgeprägtes Umweltbewusstsein, wie es von manch Älteren zu Wünschen übrig lässt. Foto: Patty Varasano

Würzburg

Vorbild: Diese 12-Jährige räumt Partymüll in Würzburger Weinberg auf

Die Weinberge um Würzburg herum sind ein beliebter Treffpunkt für all diejenigen, die eine schöne Zeit mit einem atemberaubenden Blick auf die Stadt genießen möchten. Doch wie viele andere Orte in Würzburg werden auch die Würzburger Weinberge von immer mehr liegenbleibenden Müll verschmutzt.

Der Vorwurf ist klar: Die jungen Leute sind Schuld! Durch Partys, Weinwanderungen oder einfach zu wenig Verständnis dafür, was es eigentlich für die Umwelt bedeutet, seinen Müll liegen zu lassen.

“Es sind nicht nur junge Leute die den Müll machen”

Die Meinung, dass nur junge Leute ihren Müll in den Weinbergen oder in der Würzburger Innenstadt liegen lassen, scheint aber ein Trugschluss zu sein. Denn immer mehr junge Leute engagieren sich für den Umweltschutz und geben Acht auf Ihre Umgebung. Die 12-jährige Jorina Kalamishi ist ein gutes Beispiel dafür. 

Wie berichtet hat Serhat Divrik bereits zu zwei Müll-Sammelaktionen in den Weinbergen am Weingut am Stein aufgerufen. Auch seine Tochter Jorina Kalamishi ist voll und ganz bei der Sache dabei. 

Hey Jorina! Mit deinen zwölf Jahren warst du bisher die Jüngste, die bei den Sammelaktionen mitgemacht hat. Ist dir vorher auch schon aufgefallen, dass hier in den Weinbergen viel Müll liegt?

Jorina Kalamishi: Ja total. Wir gehen hier manchmal joggen oder mit meinem Hund Gassi. Wenn wir Müll finden sammeln wir ihn ein und schmeißen ihn weg. Das mache ich aber auch, wenn ich mit meinen Freunden unterwegs bin und mein Vater nicht dabei ist.

Wie gehen die Leute in deinem Alter mit Müll um? Gehören Sie eher zu denen, die den Müll absichtlich liegen lassen, oder nehmen ihn mit oder sammeln ihn, so wie du?

Jorina Kalamishi: Also die meisten gehen auch auf richtige Demos wie Fridays for Future. Die meisten sind wirklich sehr am Thema Umwelt engagiert. Da wird dafür demonstriert, dass die Umwelt besser behandelt wird. Schließlich müssen wir später hier leben.

Ich denke, ich hatte mit zwölf noch nicht so ein ausgeprägtes Verständnis für den Umweltschutz. Was denkst du warum das Thema Umweltschutz bei jungen Leuten immer wichtiger wird?

Jorina Kalamishi: Ich glaube schon, dass viele über ihre Zukunft nachdenken. Ich will später nicht denken ‘Oh Gott, der Planet ist so dreckig’. Man fängt früh an über sowas nachzudenken und ich denke durch die ganzen Demos hat sich das Verständnis dafür viel verändert.

Kannst du deine Freunde dazu animieren, auch mit zu den Müllsammelaktionen zu gehen?

Jorina Kalamishi: Ich hab schon ganz viele aus meiner Klasse angesprochen. Viele haben ja gesagt und wollen mitkommen.

Was war das Ungewöhnlichste, was du in den Weinbergen aufgesammelt hast?

Jorina Kalamishi: Eine alte leere Batterie und eine Glühbirne. Warum man sowas im Weinberg überhaupt braucht, das ist die Frage. Aber das meiste ist eigentlich Plastik, McDonalds-Tüten und sowas.

Müllsammeln am Stein
Wie der Vater so die Tochter: Auch Jorina (12) engagiert sich für den Umweltschutz. Foto: Patty Varasano

Der Müll muss weg und jeder kann etwas tun

Das nächste Treffen zum Müllsammeln findet am Dienstag, den 22. September um 18:00 Uhr statt. Wer sich selbst ein Bild von der Aktion machen will, der kann zum Treffpunkt am Parkplatz vom Weingut am Stein kommen und sich überzeugen.

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