Was zahlt sich am Ende mehr aus? Das Studium oder der Handwerksjob? Foto: Unsplash

Würzburg

Meister*in oder Master*in: Wer verdient am Ende mehr?

Lehre fertig – jetzt soll der Rubel, äh der Euro rollen. Aber: Klingelt es in der Kasse besser mit einer Weiterbildung zum Meister oder mit einem Studium? Wissenschaftler*innen der Julius-Maximilians-Universität Würzburg haben jetzt in einer Studie durchaus überraschende Antworten gefunden.

Erst der Meistertitel, am Ende das Masterstudium. So könnte man das Ergebnis der Studie in Sachen Kontostand zusammenfassen. Allerdings gehen Handwerker*innen zunächst klar in Führung, was das Einkommen betrifft: Satte 112.000 Euro durchschnittlich verdienen Meister*innen in den ersten zwölf Jahren nach der Lehre mehr als vergleichbare Akademiker*innen nach ihrem Studium in diesem Zeitraum. Das zumindest ist das zentrale Ergebnis der Studie von Thomas Zwick (Inhaber des Lehrstuhls für BWL, Personal und Organisation der Uni Würzburg) und seiner wissenschaftlichen Mitarbeiterin Veronika Lukesch.

Daten sind „rein männlich“

Ihre Forschungen basieren auf Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg sowie weiterer Datenbanken. Sie sind übrigens sozusagen „rein männlich“. Frauen wurden in der Studie nicht berücksichtigt, „(…) weil Männer und Frauen bei der Auswahl der Ausbildungsgänge unterschiedliche Strategien verfolgen, und die meisten Berufe mit einem hohen Anteil an Meistern und Technikern männlich dominiert sind, zum Beispiel in der Metallindustrie“, so Lukesch.

Erst Meister*in, dann Master*in

Im Laufe des Arbeitslebens wendet sich das Lohnblatt. Fünf Jahre nach der Lehre liegt das bis dahin erzieltes Einkommen von Meistern durchschnittlich 165 Prozent über dem von Akademikern. Selbst nach zehn Jahren sind bei ihnen immer noch 45 Prozent mehr auf dem Konto gelandet. Dieser große Verdienstvorteil für beruflich Ausgebildete liege laut Studie unter anderem an der längeren Ausbildungsphase der Akademiker und besseren Beschäftigungschancen der Handwerker während der Meister-Fortbildung. „Geht man davon aus, dass sich der Rückgang des finanziellen Vorteils im gleichen Tempo fortsetzt, wäre er erst mehr als 20 Jahre später oder etwa 35 Jahre nach dem Ende der Lehrlingsausbildung verschwunden.“ Die Beschäftigten wären dann bereits 57 Jahre.

Aber: Auch wenn es ziemlich lange dauert, bis sich ein Studium im Anschluss an eine Lehre finanziell lohnt, es spricht doch viel dafür, dass am Ende Master mehr Euro macht als Meister. Denn: Die Akademiker-Einkommen ab dem 57. Lebensjahr bis zum Eintritt der Rente sind dann teils deutlich höher als die der Meister. Doch Achtung: Ob Studierte am Ende im Vergleich tatsächlich ein höheres Lebenseinkommen haben, das wird von Zwick und Lukesch aktuell erst untersucht.

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