Edith Saldanha
Eine Aneinanderreihung von guten Situationen haben der gebürtigen Unterfränkin Edith Saldanha einen Karrieresprung ermöglicht. Foto: Peter Borucki

Würzburg

Netflix-Schauspielerin Edith Saldanha aus Würzburg: "Rollen, die anecken, machen Spaß"

Biohacking beschreibt die Selbstoptimierung eines Menschen, der aus seinem Körper das Maximum herausholen will. Wie sieht mein perfekter Schlafrhythmus aus? Wie gut sind meine Blutwerte? Mit welcher Nahrung performe ich am besten? Biohacking geht so weit, in die eigene DNA einzugreifen zu wollen. Dem Phänomen widmet Netflix eine Serie namens „Biohackers“ – eine der noch raren deutschen Netflix-Produktionen.

Biohackers: Würzburgerin spielt an der Seite von Jessica Schwarz

In der ersten Staffel von Biohackers versucht Medizinstudentin Mia in einer geheimen Mission, eine Familientragödie zu klären, die im Zusammenhang mit einer Biologieprofessorin steht. Die Professorin wird von Jessica Schwarz verkörpert, die in der Serie viele Szenen mit einer Würzburgerin spielt: Edith Saldanha. Edith verkörpert in „Biohackers“ Monique, die Assistentin von Jessica Schwarz. Verbissen und immer ein bisschen arrogant zeigt sich Edith in Biohackers. Damit konfrontiert, lacht die 28-jährige Würzburgerin laut los und sagt: „Ja, ich weiß schon, dass sie so rüberkommt. Die ist halt sehr ehrgeizig. Für mich ist es aber nicht die Herangehensweise gewesen, wie ich mit der Rolle in Berührung komme.“

Vielmehr stelle sie sich bei der Vorbereitung auf eine Rolle immer die Frage, warum die Person so ist. „Bei Monique habe ich das nicht so empfunden, dass sie mir von innen heraus unsympatisch wäre. Aber welche Hürden musste sie überhaupt überwinden, um in dem begehrten Job zu landen? Die anderen haben den ja nicht. Mit Empathie sieht man das für die Rolle einfach anders.“

Generell steht Edith auf Charaktere, die nicht ganz glatt sind. „Ich finde es toll, dass es das gibt. Rollen, die anecken, machen Spaß zum Spielen!“

Serie spielt in Freiburg, gedreht wurde allerdings viel in München

Biohackers spielt hauptsächlich an der Uni in Freiburg. So glaubt es der Zuschauer. Gedreht wurde aber viele Szenen in München. Eines der zentralen Gebäude der Serie ist die Akademie der Künste in München, das in der Serie ein Biotech-Unternehmen darstellt. Fünf Drehtage hatte die Würzburgerin hier. „Ich habe da eine sehr schöne, aber eher kleinere Rolle.“ Und dennoch taucht die Assistentin Monique in der ersten Staffel an vielen Stellen auf. „Das dachte ich mir auch! Ich war total überrascht, wie oft ich zu sehen bin.“

Vor Biohackers noch keine Filmerfahrung

Für Edith war bei ihrem Engagement bei Biohackers alles neu: „Ich habe eigentlich bisher nur Theater gemacht und keine Filmerfahrung gehabt.“ Das respektable Debüt bei Netflix war ein großer Baustein in einem Jahr, in dem es für die Unterfränkin steil bergauf ging. Die Schauspiel-Studentin tütete eine Reihe an Engagements ein – und das während ihres Studiums. Mittlerweile arbeitet sie festangestellt an den Münchener Kammerspielen. Theater. Darüber hinaus wird die zweite Staffel von Biohackers gedreht. Netflix. Außerdem landete Edith bei Hilde Stark. Schauspiel-Agentur.

In der Netflix-Serie "Biohackers" verkörpert Edith eine ehrgeizige Assistentin. Foto: Peter Borucki

 

„Es war eine Aneinanderreihung von guten Situationen, bei denen ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort war“, sagt die Würzburgerin, die in Bad Mergentheim geboren wurde. Ein Beispiel: „Ich war in Zürich beim Vorsprechen einer Freundin dabei und habe mitgespielt, um sie zu unterstützen. Danach war ich in Berlin und habe einen Anruf aus München bekommen, ob ich dort vorstellig werden kann. Denn in Zürich wurde ich von jemandem der Münchener Kammerspiele gesehen. Verrückt.“

Edith Saldanha: „Es ist nichts zu absurd, wenn es einem Spaß macht“

Die 28-Jährige hatte vor der professionellen Schauspielerei schon einiges ausprobiert. Mit 19 schrieb sie sich an der Uni in Würzburg ein. Studierte dort „Political and social studies“. Doch die Schauspielerei lag immer vor ihrer Nase. „Das Thema Schauspiel war so nahe dran, vielleicht zu nahe, um das direkt als Beruf in Betracht zu ziehen. Dass das mein Schicksal wird, habe ich erst spät gecheckt.“ Sie startete ihr Schauspiel-Studium an der Uni in Salzburg und sagt: „Das ist kein komischer Berufswunsch. Die Frage ist doch beim Ausprobieren immer, was schon passieren soll. Man kann nur gewinnen dabei. Es ist nichts zu absurd, wenn es einem Spaß macht.“

Trotz ihrem Karrieresprung gibt es noch eine Rolle, die das Leben der Schauspielerin aus Unterfranken bestimmt. Die Nervosität. „Ich war supernervös beim ersten Mal Drehen, aber es ist, wie wenn man auf der Bühne steht. Dann geht das Licht aus und es geht los. Da hämmert das Blut im Kopf. Dreimal tief durchatmen und man macht es einfach und konzentriert sich dabei.“

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