Just Lucy
Just Lucy ist Deutschlands meistgesuchte Pornodarstellerin auf Google. Die 26-Jährige wohnt jetzt bei Würzburg. Foto: Chris Weiß

Würzburg

Würzburger Pornostar Just Lucy: Ich zeige das Intimste, was ein Mensch zeigen kann

Wie kommt jemand dazu, sich vor die Kamera zu stellen, Sex zu haben und das dann ins Netz zu stellen? Lucy, früher Lucy Cat, heute Just Lucy, muss es wissen. Die 26-Jährige verdient ihr Geld mit Amateur-Pornos und Erotikclips. Die Rostockerin, die Anfang des Jahres ins Würzburger Umland zog, hat es damit weit gebracht. Sie ist seit mehreren Jahren Deutschlands meistgesuchter Pornostar auf Google. Auf ihrem Snapchat-Kanal zeigt sie das, was der liebe Gott – und im Fall ihrer Brüste der Schönheitschirurg – ihr gegeben hat. Zeit, um mit Just Lucy über Nacktheit, Erfüllung bei der Arbeit und Porno-Unterricht an Schulen zu sprechen.

Lucy, wann hat es bei dir Klick gemacht, dass du deinen ersten Porno drehen wolltest?

Just Lucy: „Ich habe mich immer schon für Erotik interessiert. Ich fand Filme spannend, die mehr gezeigt haben. Ich habe Reportagen auf RTL II wie den Pufftester geschaut. Ich war auch gerne in Stripclubs, als ich 18 Jahre alt war. Ganz anders als andere Frauen. In meinem Haus damals hat auch eine Domina gewohnt und wenn ich da mal Schreie gehört habe, war ich wirklich fasziniert.“

Du bist ja mit Amateur-Porno eingestiegen und hast damit keinen weichen Einstieg gewählt. Warum?

Just Lucy: „Für mich war klar, dass mich Pornos faszinieren. Ich habe die auch schon früh geschaut. Ich mochte die Idee, gegen die Moral zu verstoßen. Man kannte mich in meiner Heimatstadt als kleines, süßes, blondes Mädchen. Nie jemand hätte es erwartet, dass ich das mache.“

Dich haben nach deinem ersten Clip im Netz ja auch echt Leute angeschrieben und waren erschrocken.

Just Lucy: „Ja, am Anfang dachten alle: ‚Oh Gott, das arme Mädchen, da hat sicher ein Ex-Freund ein Video hochgeladen.‘ Da haben mich Bekannte angeschrieben und ihr Mitleid bekundet. Es hat mich einfach keiner so wahrgenommen, dass es mein Wunsch sein könnte, daraus ein Geschäft zu machen. Ich fand das aber gut, den Leuten auch zu zeigen, dass das mein Ding ist. Die Leute dachten sicherlich, dass ich auf dem Strich lande. Und jetzt stehe ich an dem Punkt, an dem ich stehe.“

Damit meinst du, dass du seit Jahren Deutschlands meistgesuchter Pornostar bist. Wie ist dir das gelungen?

Just Lucy: „Ich wusste damals noch gar nicht, wohin die Reise geht. Ich wollte bekannt werden. Und ich wollte, dass Leute meine Videos kaufen. Mein Ehrgeiz war einfach geweckt. Jetzt weiß es ja schon jeder, dass ich meinen Sex ins Internet stelle, jetzt möchte ich damit auch Erfolg haben. Denn nur so konnte ich mich beweisen.“

Das ist also ein ehrgeiziges Projekt?

Just Lucy: „Komplett! “

Was bedeutet diese Arbeit für dich?

Just Lucy: „Ich zeige das Intimste, was ein Mensch zeigen kann. Und das stört mich nicht und ich freue mich, wenn andere Spaß daran entwickeln. Ich bin gerne nackt. Und Pornos sind für die Menschen wichtig. Das wollen viele verschweigen. Ich drehe ja nicht nur Pornos, ich mache ja auch was mit mir selbst. Und das macht natürlich schon Spaß. Ich hatte mit 17 meinen ersten Orgasmus und das war so ein schönes Gefühl, das will ich gerne weitergeben. Wenn ich weiß, wie es bei mir funktioniert, warum sollte ich da nicht anderen helfen?“

Du warst ja bis zuletzt Lucy Cat und hast dich nach der Trennung von deinem Geschäftspartner als Just Lucy selbstständig gemacht. Ist das ein Nachteil für dich?

Just Lucy: „Mir war es wichtig, einen neuen Namen zu haben. Das ‚Lucy Cat Ding‘ war eingerostet. Es war sehr amateurmäßig. Es geht schöner. Meine Strategie ist es, aus der Erotik rauszuwachsen und das ganze cooler und lifestyliger zu machen.“

Du bist also nicht mehr das blonde Pornomädchen?

Just Lucy: „Ich bin schon immer noch das kleine, süße Mädchen von damals und mache auch weiter Pornos. Aber ich will nicht, dass jeder gleich sagt: ‚Ach, das ist die Pornotante.‘ Ich möchte, dass da nach dem Satzende noch was kommt.“

Und was soll das sein?

Just Lucy: „Mir sind meine Social-Media-Kanäle weiter sehr wichtig. Mit Lucy Cat hatte ich auf Instagram ja über eine Millionen Follower. Das will ich mit Just Lucy auch schaffen. Ansonsten ist es mir wichtig, neue Projekte an den Start zu bringen. Außerhalb der Erotik. Aber da kann ich noch nichts verraten, die werden erst 2021 kommen.“

Du erreichst ja schon mit dem neuen Kanal superviele Menschen, auch auf Snapchat. Dein Inhalt ist dort ab 18. Doch viele auf der Plattform sind zehn, elf oder zwölf Jahre alt. Das ist doch eine kritische Sache!

Just Lucy: „Ja, Jugendschutz ist auf jeden Fall für mich ein extrem wichtiges Thema. Ich habe seit Oktober einen Snapchat-Premium-Account, den man nicht öffentlich einsehen kann. Man muss sich erst komplett registrieren, bevor man überhaupt einen Zugang bekommt. Als Freund kann mich da niemand einfach hinzufügen. Zunächst muss eine Paywall und eine Altersverifikation durchgeführt werden. Natürlich möchte ich nicht, dass Pornos an Jugendliche verteilt werden. Meine Social-Media-Accounts sind deshalb auch nur sexy und nicht porno. Weil das sehen schließlich auch Leute unter 18.“

Sprechen wir den Elefanten im Raum an. Auch unter 18-Jährige schauen Pornos. Jeder von uns ist diesen Weg meist allein gegangen. Was würdest du sagen, wie sieht eine gute Heranführung an das Thema aus?

Just Lucy: „Ich glaube, dass allein die Aufklärung an der Schule viel zu kurz kommt und stupide angegangen wird. Ich würde in Projektwochen auf jeden Fall Pornodarsteller oder Abhängige mit Suchtberatern oder andere Menschen in Schulen einladen, die wirklich Einblick haben. Welche 50-jährige Biologielehrerin hat einen Einblick in Pornos? Das ist nicht die richtige Herangehensweise. Man muss darüber wirklich debattieren. Das hätte ich mir gewünscht in meiner Jugend, dass da Tacheles geredet wird.“

Porno hat mit dem normalen, liebevollen Sex nichts zu tun. Wie siehst du das?

Just Lucy: „Pornosex hat mit dem privaten Sex nur wenig zu tun. Privat bin ich definitiv auch mal ungeschminkt und in Stellungen, in denen man gar nichts sieht und es sich gut anfühlt. In Pornos muss etwas gezeigt werden. Die Praktiken, die ich zeige, sind aber die gleichen. Ich zeige nur Sachen, die ich mag und die ich so ernsthaft rüberbringen kann.“

Und du führst die Regie selbst?

Just Lucy: „Genau, ich drehe mit festen Partnern und überlege mir zuerst einen schlagfertigen Titel. Beispielsweise ‚Oh mein Gott, mein Nachbar hat mich beim Wäsche aufhängen erwischt.‘ Man muss aber schon etwas spontan sein und nur eine Richtung vorgeben. Porno ist aber harte Arbeit.“

Schon im frühen Jugendalter interessierte sich Lucy für Erotik. Heute ist die 26-Jährige erfolgreich mit Amateur-Pornos. Foto: Chris Weiß

Du verdienst ja dein Geld mit Porno. Du möchtest sicher auch sehr gut davon leben können?

Just Lucy: „Für mich spiegelt sich Erfolg zwar auch in Geld wider, ich kann aber auch mit wenig Geld gut leben. Meine Gedanken gehen nie dahin, dass ich mehr Umsatz machen möchte. Ich möchte mehr Menschen erreichen.

Als Prominenter hat man ja auch eine Vorbildfunktion. Wie sieht die bei dir aus?

Just Lucy: „Logisch. Und da bekomme ich witzigerweise auch von vielen Frauen Kommentare. Die schauen meine Videos zwar gar nicht an, aber die finden es toll, wenn jemand so selbstbewusst mit seinem Körper umgeht. Da haben ganz viele Frauen mit ihrem Selbstwertgefühl zu hadern.“

Die sehen aber auch nicht wie du aus.

Just Lucy: „Das ist total egal, wie man aussieht. Ich hatte auch kleine Brüste und war unzufrieden, auch wenn ich nicht in der Branche gelandet wäre, hätte ich sie mir operieren lassen. Trotzdem habe ich viele Komplimente von Männern, trotz der kleinen Brüste, bekommen. Das hat mein Selbstbewusstsein gestärkt. Ich möchte vermitteln, dass jeder Körper schön ist, auch wenn ich mit meinem eigenen Anspruch versuche, an das Idealbild zu kommen.“

Das finde ich gewagt. Ich glaube, es gibt viele Frauen, die auf die Fotos schauen und sich dann für sich vielleicht nicht so gut fühlen.

Just Lucy: „Ich versuche, da ein wenig über den Tellerrand zu schauen. Auf Instagram gibt es mittlerweile so viel Zuspruch für Frauen, die nicht dem vermeintlichen Idealbild entsprechen.“

Du sagst also, da gibt es einen Wandel?

Just Lucy: „Absolut!“

Die vielleicht wichtigste Frage zum Schluss für mich. Was sagt deine Mutter dazu, dass du Pornos drehst?

Just Lucy: „Für meine Mutter war es am Anfang ein Schock. Sie musste sich einen Schnaps einschenken. Meine Mama wusste aber, dass ich einen Faible für Erotik habe. Die wusste schon immer, dass was im Busch ist. Ich habe es ihr aber erst gesagt, als der erste Film im Netz war. Davor habe ich mich nicht getraut. Meine Mutter hat aber verstanden, dass es keinen Sinn ergibt, sich über solche Themen zu streiten, solange der andere mit dem glücklich ist, was er hat.“

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