Die Firma Beuerlein kann kein alternativer Standort für die Posthalle werden, bei Glaskeil sieht es hingegen besser aus. Foto: Fabian Gebert

Würzburg

Neuer Standort der Posthalle Würzburg: Aktueller Stand im Kulturausschuss vorgestellt

Die Posthalle soll erhalten bleiben, oder ihr soll ein neuer Standort ermöglicht werden – darüber ist sich der Würzburger Stadtrat einig. Denn für eine Musikspielstätte mit einer Kapazität von 200 bis 2000 Besucherinnen stimmte der Stadtrat bereits im Oktober 2021. Und das bietet bisher nur die Posthalle, die, darauf lässt der Stadtratsbeschluss vom vergangenen Jahr schließen, für das kulturelle Leben in Würzburg extrem wichtig ist. Wie könnte es mit der Posthalle weitergehen? Am Mittwochnachmittag wurden die Mitglieder des Kulturausschusses in Würzburg über den aktuellen Stand informiert. Auf jährlich bis zu 200 Veranstaltungen treten nationale und internationale Künstlerinnen und Künstler wie Fritz Kalkbrenner, Machine Head, Subway to Sally, The Sweet, Saga, Culcha Candela, Doro oder Emil Bulls auf. Auch Benefiz-Festivals und der monatliche Poetry Slam sind fester Bestandteil der Posthallen-Kultur.

Glaskeil-Gelände in der Aumühle als möglicher Standort, Alternative in der Friedrich-Koenig-Straße ist nicht umsetzbar

Eine alternative Spielstätte, in der ein solch umfangreiches Konzert- und Eventangebot stattfinden kann, hat die Stadt Würzburg derzeit nicht. Wie vergangene Woche berichtet, hatte die Stadtverwaltung deshalb gemeinsam mit Posthallenbetreiber Jo Schulz nach alternativen Standorten gesucht, an denen interimsmäßig eine solche Veranstaltungshalle eingerichtet werden kann.

Ein Lagergebäude der Firma Beuerlein in der Friedrich-Koenig-Straße, in der Nähe der Ortsgrenze zu Veitshöchheim, wurde als möglicher Posthallen-Standort geprüft. Fazit: Nicht umsetzbar. Besser sieht es mit dem Gebäude der Firma Glaskeil in der Aumühle aus. Das Glaskeil-Gelände bietet die Möglichkeit, Kulturveranstaltungen unterschiedlicher Größe auch parallel durchzuführen. Damit wäre ein vielseitiges Kulturprogramm, wie man es von der Posthalle gewohnt ist, weiter möglich.

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Auslaufender Mietvertrag führt zu zeitlichen Problemen

Das Hauptproblem neben hohen Investitionskosten für den Innenausbau ist jedoch, dass das Glaskeil-Gelände frühestens im September 2024 zur Verfügung steht - und dann müsste erst noch umgebaut werden, bevor wieder Konzerte stattfinden könnten. Der aktuelle Mietvertrag der Posthalle läuft eigentlich am 31. März 2023 aus - der Vermieter hat jedoch einer Verlängerung um drei Monate zugestimmt bis zum 30. Juni 2023 zugestimmt.

Erneut auf befristete Zeit verlängern will ihn der Vermieter nur, wenn die Posthallen GmbH einen Mietvertrag für ein Nachfolgeobjekt vorweisen kann. Zu befürchten sind also eineinhalb Jahre Spielpause. Denn ein solcher Vertrag ist aus Sicht von Schulz zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschließbar. Die Gründe: Noch ungeklärten baurechtlichen Fragen, die noch zu klärenden Detailplanungen und die bisher nicht geklärten Finanzierung.

Rund 65 Kündigungen, Verlust von Knowhow und sogar die komplette Auflösung drohen

Der Posthallenbetreiber fürchtet massive Konsequenzen, sollte die Posthalle vorübergehend schließen: Neben dem Knowhow-Verlust müsste er 15 Festangestellten und rund 50 geringfügig Beschäftigten kündigen. Zudem lasse ein ausgesetzter Spielbetrieb eine Entwöhnung des Publikums erwarten. Der Neustart wäre langwierig und kostenintensiv. Zudem besteht die Gefahr, dass die aktuelle Betreibergesellschaft Posthallen GmbH sich auflösen muss.

In der nächsten Stadtrat-Sitzung wird dieser Stand nun dem gesamten Gremium vorgestellt. Der Stadtrat müsse grundsätzlich klären, ob sich die Stadt Würzburg aktiv engagieren will. Die Verwaltung braucht also eine klare Ansage, ob sie direkt mit Glaskeil in Verhandlung treten soll – darauf pocht auch Posthallen-Betreiber Schulz. Zudem muss die Frage geklärt werden, ob man mit dem bisherigen Posthallen-Vermieter über eine weitere Vertragsverlängerung sprechen sollte.

Der Posthalle läuft die Zeit davon

Es ist auch durchaus vorstellbar, dass die Stadt Geld in die Umsetzung einer neuen Posthalle fließen lässt. Beschlüsse wird der Stadtrat aber in der nächsten Sitzung keine fassen. Die Zeit rennt davon und die Zukunft der Posthalle bleibt weiter ungewiss.

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