Muskulatur / Schmerzen
Wer viel auf das Smartphone starrt, kann in der Halsmuskulatur Probleme bekommen. Foto: tommaso79 (iStockphoto)

Würzburg

Kennt ihr schon den Handynacken?

In vielen Fällen gibt schon ein Blick auf die Bildschirmzeit des Smartphones einen Hinweis: Wir beschäftigen uns am Tag oft stundenlang mit dem kleinen Bildschirm – oft auch während des Laufens durch die Stadt. Die unmittelbare Konsequenz ist logisch. Der Kopf ist beim Checken des Telefons meistens nach unten geneigt.

Was ist ein Handynacken?

Als Handynacken bezeichnen Mediziner eine schmerzhafte Verspannung der Halsmuskulatur. „Durch die Neigung nach unten verkürzt sich die vordere Muskulatur in der Halswirbelsäule und die hintere Muskulatur wird gedehnt. Damit hat man langfristig ein Haltungsproblem, weil die Muskulatur sich nicht mehr im gewohnten Umfang bewegen und entfalten kann“, weiß Unfallchirurg Chris Schmidt, der in der Würzburger Bodybuilding-Szene ein bekannter Name ist. Im schlimmsten Fall führt das beschriebene Haltungsproblem zu Haltungsschäden.

Wo liegt der Knackpunkt?

Ein Handynacken ist erst einmal eine unangenehme Erfahrung: „Das sind stechende und brennende Schmerzen in der Halsmuskulatur“, bewertet Chris Schmidt die Symptome. Werden diese länger ignoriert, kann das im schlimmsten Fall auf die Halswirbelsäule und Wirbelsäule gehen, die beide generell hohe Belastungen im Alltag aushalten müssen. Wie auch beim vielen Sitzen „wird die Haltung schlechter und die Wirbelsäule verkrümmt und verkümmert“, sagt Schmidt.

Was kann ich bei Schmerzen tun?

Klar, naheliegend ist, erst einmal das Handy zur Seite zur legen. Aber für viele ist das im Alltag schwierig. Daher kann eine Dehnübung für die Nackenmuskulatur bei Problemen helfen. „Im Stehen greift man mit dem rechten Arm über den Kopf ans linke Ohr, zieht den Arm leicht zur rechten Seite und drückt gleichzeitig mit dem linken Arm Richtung Boden. So kann man eine Dehnung an der linksseitigen Halsmuskulatur spüren. Man dehnt statisch, zehn bis fünfzehn Sekunden lang bis zur Schmerzgrenze, aber nicht darüber hinaus. Dann wechselt man die Seite.“

Wer Schmerzen hat, kann auch mit Wärme arbeiten. Der Mediziner weiß: „Alles, was Wärme bringt, ist detonisierend für die Muskulatur, bedeutet, die Verspannungen lassen nach. Kirschkernkissen, Rotlicht, Wärmflasche, Sauna oder Thermalbad sind solche Geschichten, die funktionieren.“

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